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Andersen Viana gewinnt Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerb

Jury prämiert Werke in der Kategorie Violoncello und Klavier

Die Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerbe haben ihre diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. Im diesjährigen Wettbewerb, der in der Kategorie Violloncello und Klavier ausgeschrieben war, setzte sich Andersen Viana mit seinem Werk "Micropieces" durch, einer Reihe charakteristischer Miniaturen, die jeweils nur ein paar Sekunden dauern und die den Interpreten verschiedene Spielarten und Stimmungen abverlangen. Den zweiten Preis erhielt Valerio Sannicandro für "Punkt. Linie. Fläche", eine Komposition, bei der Violoncello und Klavier typische Instrumentaltechniken nutzen, um mit zunehmender Dichte und breiter gefächerten Klang- und Bewegungsstrukturen die drei im Titel genannten Möglichkeiten gemeinsamen Musizierens zu demonstrieren. Der dritte Preis ging an Massimo Lauricella für "Agon". Das Werk entwickelt aus dem zu Grunde liegenden Material vielfältige Kombinationen, die beiden Instrumenten ermöglichen, in einen lebhaften, ausdrucksstarken Dialog einzutreten. Die Jury des Wettbewerbs bestand 2022 aus Prof. Wen-Sinn Yang, Stefan Conradi, Prof. Dr. Bernd Redmann und Gideon Rosengarten. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 8.000 Euro vergeben.

Andersen Viana ist Komponist und Professor an der staatlichen Fundacao Clovis Salgado in Belo Horizonte. Er begann im Alter von 13 Jahren zu komponieren und wurde im Alter von 19 Jahren zum Professor ernannt. Anschließend promovierte er im Fach Komposition an der Bundesuniversität von Bahia (UFBA) und setzte seine Studien in Brasilien, Italien und Schweden fort, darunter die Bundesuniversität von Minas Gerais (UFMG), die Reale Accademia Filarmonica di Bologna, die Kunstakademie von Rom, die Accademia Chigiana di Siena und die Königliche Hochschule für Musik in Stockholm. Er hat 422 Musikwerke für Instrumental- und Vokalensembles geschrieben und 34 Kompositionspreise in Argentinien, Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Italien, Spanien, Serbien, der Ukraine und den USA erhalten.

Der Komponist, Klangforscher und Dirigent Valerio Sannicandro studierte in Köln, Frankfurt und Paris. Der mehrfache Preisträger (Claudio Abbado Kompositionspreis Berlin 2014, Music Viva München 2002 und 2010) sucht nach einer musikalischen Sprache und einem klanglichen Gestus, die stark mit dem Raum verbunden sind. Er arbeitete in den Forschungsstudios (IRCAM, Experimentalstudio Freiburg, ZKM, GRM) und promovierte an der TU Berlin mit einer Forschungsarbeit über die auf die musikalische Komposition angewandte Raum-Mode-Analyse. Valerio Sannicandro ist Stipendiat der American Academy in Rom und wurde vom französischen Kulturministerium in die Villa Kujoyama in Kyoto eingeladen. Er hat Werke für Gesang, Orchester und Musiktheater mit oder ohne Elektronik komponiert, ein Werkzeug, das er auf eine persönliche und faszinierende Weise einsetzt.

Massimo Lauricella, geboren in Genua (Italien), ist Komponist, Dirigent und Pianist. Seine Kompositionen wurden weltweit von Interpreten wie dem Arditti String Quartet, den Warschauer Philharmonikern, dem Kammerensemble der Wiener Philharmoniker, dem Verdi-Sinfonieorchester von Mailand, dem Sinfonieorchester des Theaters Carlo Felice aufgeführt. Er hat Ensembles und Orchester bei europäischen Festivals wie dem Mozart-Festival, der Biennale von Venedig und dem Spoleto-Festival dirigiert, sein Repertoire reicht vom Barock bis zur Gegenwart.

Harald Genzmer wurde am 9. Februar 1909 in Bremen geboren und studierte ab 1928 bei Paul Hindemith (1895-1963) Komposition in Berlin. Bis 1937 arbeitete er an der Breslauer Oper und war später an der Volksmusikschule in Berlin-Neukölln tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Militär-Klarinettist erlebte, unterrichtete er Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Im Jahr 1957 wechselte er als Professor für Komposition nach München, wo er bis zu seinem Tod lebte. Genzmers Werkkatalog umfasst neben Orchesterwerken auch Vokalkompositionen und Kammermusik für alle Instrumente. Aus dem Verständnis Genzmers heraus sollten neue Werke "vital, kunstvoll und verständlich sein - als praktikabel mögen sie den Interpreten für sich gewinnen, als erfassbar sodann den Hörer". In dieser Tradition sieht sich der alle zwei Jahre stattfindende Wettbewerb, der von der Harald-Genzmer-Stiftung in Verbindung mit der Hochschule für Musik und Theater München und dem Deutschen Musikrat ausgeschrieben wird.


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