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Jahr für Jahr: Steuerzahlerbund deckt Geldverschwendungen im Kulturbereich auf

Kritik an ausufernden Kosten für die Beethovenhalle, Kölner Bühnen und die Villa Marteau

Der Bund der Steuerzahler hat sein neues Schwarzbuch veröffentlicht. Einmal im Jahr werden darin Projekte angeprangert, die eine große Menge öffentlicher Gelder schlucken.

Auch in der 49. Ausgabe ist im Kulturbereich wieder die Bonner Beethovenhalle dabei. Statt den ursprünglich angekündigten 43 Millionen Euro werden die Kosten für die Sanierung inzwischen auf knapp über 166 Millionen Euro geschätzt. Als Gründe dafür werden eine lückenhafte Planung, unvollständige Prüfungen der Bausubstanz, der Denkmalschutz und Zeitdruck angeführt. Darüber hinaus streitet die Stadt Bonn mit Planungsbüros über die Finanzen. Die Fertigstellung zum Beethovenjahr 2020, während dem man die neue Spielstätte nutzen wollte, klappte ebenfalls nicht. Ein Termin für die Wiedereröffnung der seit 2016 renovierten Halle steht noch nicht fest, Schätzungen zufolge wird er wohl nicht vor 2024 liegen.

Ebenfalls wieder dabei sind die ausufernden Kosten für die Sanierung der Kölner Bühnen. Ursprünglich hatte man mit einer dreijährigen Sanierung gerechnet, inzwischen beläuft sich die Dauer auf zwölf Jahre. Wenn die Arbeiten im Frühjahr 2024 endlich beendet werden sollten, wird das Projekt außerdem im schlimmsten Fall 971 Millionen Euro gekostet haben – 740 Millionen Euro mehr als ursprünglich als Grenzwert genannt. Dabei haben Verzögerungen in der Bauzeit, unter anderem zuletzt durch die Insolvenz eines beteiligten Unternehmens, die Kosten nach oben gedrückt. Darüber hinaus ging die Bank pleite, bei der Finanzmittel zwischenzeitlich angelegt wurden (klassik.com berichtete), hinzu kommen die Kosten für die jahrelange Nutzung der Interimsspielstätten.

Ein weiterer Fall ist die Villa des Geigers Henri Marteau in Lichtenberg. Das heute als Kultureinrichtung genutzte Gebäude wurde vom Bezirk Oberfranken umgebaut. Unter anderem wurde ein Konzertsaal hinzugefügt, dessen unterirdische Lage den Blick auf Villa und Parkanlage schützen sollte. Auch hier kritisiert der Bund der Steuerzahler die steigenden Kosten. Ursprünglich waren 3,32 Millionen Euro veranschlagt gewesen, später waren es 5,1 Millionen. Als Grund wurden Schwierigkeiten mit dem Untergrund angegeben. Auch die Fertigstellung verzögerte sich dadurch, ursprünglich sollte der Saal  2019 eröffnet werden.


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