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Konzerthaus wird nach Komponist Ennio Morricone benannt

Auditorium Parco della Musica in Rom erhält neuen Namen

Die Stadt Rom hat das Auditorium Parco della Musica nach dem kürzlich verstorbenen Komponisten Ennio Morricone benannt. In dem 2002 von Architekt Renzo Piano entworfenen Haus ist das Orchester des Konservatoriums Santa Cecilia zu Hause. Zur Umbenennung des Hauses gab es im Rathaus eine Zeremonie, bei der der Sohn des Verstorbenen, Andrea Morricone, ein Orchester dirigierte. Ennio Morricone war mit der Musik für Western wie "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) bekannt geworden, zwei seiner letzten Werke waren die Musiken für Quentin Tarantinos "Django Unchained" (2012) und "The Hateful Eight" (2015). Er starb Anfang Juli 2020 im Alter von 91 Jahren (klassik.com berichtete).

Ennio Morricone wurde 1928 in Rom geboren. Am Konservatorium von Santa Cecilia studierte er Trompete, Chormusik und schließlich Komposition bei Goffredo Petrassi. Seine ersten Engagements erhielt er als Theaterkomponist und mit der Gestaltung des Abendprogramms bei einem italienischen Rundfunksender. 1958 wurde er Musikassistent bei der staatlichen Rundfunkanstalt Radiotelevision Italiana, schrieb Arrangements und war als Leiter von Band und Orchester tätig. Seine erste Filmmusik entstand 1961 für Luciano Salces "Il Federale". Für seine Musik zu Sergio Leones Filmen "Für eine Handvoll Doller", "Zwei glorreiche Halunken" und "Spiel mir das Lied vom Tod" erlangte er internationalen Ruhm. Mit seinen ungewöhnlichen Soundelementen wie Pfiffen, Schreien, Spieluhren, Kojotengeheul, Eulenrufen und Maultrommeln unterschieden sich seine Partituren von den traditionellen symphonischen Western-Soundtracks aus Hollywood. In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb Morricone über 500 Filmmusiken. Neben Film- und Bühnenmusik komponierte er auch Kammermusikwerke, Kantaten und Messen. 1984 gründete Morricone in Rom das I.R.T.E.M, eine Forschungsinstitution für musikalisches Theater. Unter anderem war Morricone mehrfach für einen Oscar und für die Golden Globes nominiert, 2007 erhielt er einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk, 2016 gewann er die Auszeichnung für die Musik zu "The Hateful Eight". 1987 erhielt er einen Golden Globe für die beste Filmmusik für den Film "Mission", im Jahr 2000 für "Die Legende vom Ozeanpianisten" sowie 2016 für "The Hateful Eight". Einen Grammy erhielt er 1987 für "The Untouchables - Die Unbestechlichen" sowie 2014 für sein Lebenswerk. 1995 erhielt er den Goldenen Löwen für sein Gesamtschaffen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, 1999 den Erich-Wolfgang-Korngold-Preis sowie den Europäischen Filmpreis. 2010 erhielt Morricone den schwedischen Polar Music Prize, 2019 die Goldene Pontifikatsmedaille von Papst Franziskus, 2020 den Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Kunst (gemeinsam mit John Williams). Darüber hinaus wurde er mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik ausgezeichnet und in die Ehrenlegion aufgenommen.


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