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Prinzessin-von-Asturien-Preis für Ennio Morricone und John Williams

Ehrung ist mit 50.000 Euro dotiert

Die beiden Filmmusikkomponisten Ennio Morricone und John Williams erhalten den diesjährigen Prinzessin-von-Asturien-Preis. Die Stücke des Italieners und des US-Amerikaners seien "mehr als nur Kulisse, um Atmosphären zu akzentuieren oder Charaktere zu definieren", so die Jury zu ihrer Entscheidung. Morricone gilt mit über 400 Werken als der produktivste Filmkomponist der Welt, bekannt wurde er mit Musiken zu Western wie "Spiel mir das Lied vom Tod". Williams ist vor allem als ständiger Komponist in Filmen von Steven Spielberg bekannt, schrieb jedoch auch die Titelmelodien für "Star Wars" und "Harry Potter". Der Prinzessin-von-Asturien-Preis ist mit 50.000 Euro pro Preisträger dotiert. Die Auszeichnung soll den beiden Komponisten im Oktober in Oviedo überreicht werden.

Ennio Morricone wurde 1928 in Rom geboren. Am Konservatorium von Santa Cecilia studierte er Trompete, Chormusik und schließlich Komposition bei Goffredo Petrassi. Seine ersten Engagements erhielt er als Theaterkomponist und mit der Gestaltung des Abendprogramms bei einem italienischen Rundfunksender. 1958 wurde er Musikassistent bei der staatlichen Rundfunkanstalt Radiotelevision Italiana, schrieb Arrangements und war als Leiter von Band und Orchester tätig. Seine erste Filmmusik entstand 1961 für Luciano Salces "Il Federale". Für seine Musik zu Sergio Leones Filmen "Für eine Handvoll Doller", "Zwei glorreiche Halunken" und "Spiel mir das Lied vom Tod" erlangte er internationalen Ruhm. Mit seinen ungewöhnlichen Soundelementen wie Pfiffen, Schreien, Spieluhren, Kojotengeheul, Eulenrufen und Maultrommeln unterschieden sich seine Partituren von den traditionellen symphonischen Western-Soundtracks aus Hollywood. In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb Morricone über 500 Filmmusiken. Neben Film- und Bühnenmusik komponierte er auch Kammermusikwerke, Kantaten und Messen. 1984 gründete Morricone in Rom das I.R.T.E.M, eine Forschungsinstitution für musikalisches Theater.

John Towner Williams wurde am 8. Februar 1932 als Sohn eines Orchestermusikers in Queens geboren. Bereits als Kleinkind lernte er Notenlesen, später studierte er an der University of California Komposition bei Mario Castelnuovo-Tedesco. Nach seinem Wehrdienst ging er an die New Yorker Juilliard School und studierte bei Rosina Lhévinne Klavier. In den folgenden Jahren entstanden erste Werke für das Fernsehen. Bekannt wurde er 1975 mit der Musik zu "Der Weiße Hai", zwei Jahre später folgte "Star Wars". Er erhielt für beide Filme einen Academy Award. Es folgten Filme wie "E.T. – Der Außerirdische", "Schindlers Liste", "Jurassic Park" oder "Der Soldat James Ryan" und die ersten drei Teile der "Harry Potter"-Reihe. Neben seiner Arbeit beim Film schrieb Williams außerdem zwei Sinfonien sowie Solokonzerte und kürzere Stücke für Orchester, darüber hinaus stammt von ihm die Musik für das Musical "Thomas and the King". 2009 verfasste er zur Amtseinführung des US-Präsidenten Barack Obama Musik, außerdem untermalte er mehrfach die Olympischen Spiele klanglich. Zwischen 1980 und 1993 war er außerdem Dirigent des Boston Pops Orchestra.

Der Prinzessin-von-Asturien-Preis wird seit 1981 jährlich von der gleichnamigen Stiftung in acht Kategorien vergeben (Kunst, Geisteswissenschaften und Literatur, Sozialwissenschaften, Kommunikation und Humanwissenschaften, Eintracht, Internationale Zusammenarbeit, Wissenschaftliche und technische Forschung sowie Sport). Jede Kategorie ist mit 50.000 Euro dotiert. Seit der Krönung des spanischen Königs Felipe VI. im Jahr 2014 wird der Preis, der nach dem Thronfolger benannt ist, als Prinzessin-von-Asturien-Preis verliehen. Zu den Preisträgern im Bereich Kunst zählen unter anderem Oscar Niemeyer (1989), Joaquín Rodrigo (1996), Krzysztof Penderecki (2001), Woody Allen (2002), Paco de Lucía (2004) sowie das Orchester El Sistema (2008).


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