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Daniela Achermann gewinnt Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerb

Jury prämiert Werke in der Kategorie Violine und Klavier

Die Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerbe haben ihre diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. In der siebten Ausgabe des Wettbewerbs setzte sich in der diesjährigen Kategorie Duo Violine/Klavier die Schweizerin Daniela Achermann mit ihrem Werk "Vier Resonanzen auf nordindische Melodien" durch. Der zweite Preis ging an Otto Wanke und "scattered views" aus Österreich, Platz drei belegte die Schweizerin Vivian Nägeli mit "Schatten". An Achermanns Stück überzeugten die Jury vor allem "spannende Stimmungsbilder", die durch die Anlehnung an die indische Musiktradition entstanden.

Daniela Achermann wurde 1972 in Basel geboren, wuchs jedoch in Neuseeland auf. Sie studierte bei Laszlo Gyimesi Klavier an der Musikhochschule Basel sowie klassische nordindische Musik bei Ken Zuckerman und Ali Akbar Khan in Basel und dem US-amerikanischen San Rafael. Achermann schloss ein Orgelstudium an der Hochschule Luzern ab, Kompositionskurse belegte sie bei Dieter Ammann, Bernhard Lang und Wolfgang Rihm. Seit 2016 arbeitet die Musikerin als Organistin der Kirche St. Georg in Sursee, wo sie auch künstlerische Leiterin einer Konzertreihe ist. Achermann komponiert Kammermusik, Werke für Orchester sowie Musiktheater. Ihre Stücke wurden bisher unter anderem vom Theater Luzern, dem Lucerne Chamber Orchestra, dem jungen Kammerorchester inTakt und dem Orchestre de la Suisse Romande aufgeführt.

Den zweiten Wettbewerb zum Thema "Spielmusik", der in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben war, gewann Orlando Soccavo mit seinem Stück "Aquarela". Mit dem zweiten Preis wurde Massimo Lauricellas "Glocken" prämiert, den dritten Preis bekam Jona Kümper für "Werkstatt-Variationen". Bei dem Wettbewerb war eine Komposition für Klavier solo für das Repertoire von Laienmusikern gefordert.

Die Jury des Wettbewerbs bestand aus Prof. Lena Neudauer, Stefan Conradi, Prof. Dr. Bernd Redmann und Gideon Rosengarten sowie Thomas Böckheler. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 16.000 Euro vergeben, beide Wettbewerbe sind gleich prämiert. Alle ausgezeichneten Kompositionen sollen Ende Oktober im Großen Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater München uraufgeführt werden. Zeitgleich sollen an diesem Termin auch die Preisträger des verwandten Harald-Genzmer-Interpretationswettbewerbs geehrt werden.

Harald Genzmer wurde am 9. Februar 1909 in Bremen geboren und studierte ab 1928 bei Paul Hindemith (1895-1963) Komposition in Berlin. Bis 1937 arbeitete er an der Breslauer Oper und war später an der Volksmusikschule in Berlin-Neukölln tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Militär-Klarinettist erlebte, unterrichtete er Komposition an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau. Im Jahr 1957 wechselte er als Professor für Komposition nach München, wo er bis zu seinem Tod lebte. Genzmers Werkkatalog umfasst neben Orchesterwerken auch Vokalkompositionen und Kammermusik für alle Instrumente. Aus dem Verständnis Genzmers heraus sollten neue Werke "vital, kunstvoll und verständlich sein - als praktikabel mögen sie den Interpreten für sich gewinnen, als erfassbar sodann den Hörer". In dieser Tradition sieht sich der alle zwei Jahre stattfindende Wettbewerb, der von der Harald-Genzmer-Stiftung in Verbindung mit der Hochschule für Musik und Theater München und dem Deutschen Musikrat ausgeschrieben wird.


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