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Entscheidung im Gerichtsverfahren um Elfenbein-Tastatur

Klavierbesitzer gewinnt Prozess gegen Landratsamt Starnberg

Im Münchener Gerichtsverfahren um eine Klaviertastatur aus Elfenbein ist eine Entscheidung gefallen: Der Besitzer eines Flügels hatte geklagt, nachdem das Landratsamt Starnberg das Instrument beschlagnahmen wollte. Der Klavierbesitzer hatte sich zuvor geweigert, die Tasten durch Kunststoff ersetzen zu lassen. Stattdessen wollte er den Flügel von 1983 als Gesamtwerk verkaufen.

Das Verwaltungsgericht München hingegen gab nun dem Besitzer Recht. Das Urteil in Starnberg sei unverhältnismäßig. Das Instrument könne lediglich vorübergehend eingezogen werden, bis der Besitzer einen Nachweis erbringt, dass das Klavier bereits vor Einsatz der neuen Regelungen zum Handel mit Elfenbein gekauft wurde. Diese Möglichkeit hätte dem Mann zuerst gegeben werden müssen. Auch nachträglich könne so eine Genehmigung zum Verkauf des Flügels erteilt werden.

Auf der Konferenz der Mitgliedsstaaten der "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora" (CITES) in Genf war zuletzt eine Ausnahmeregelung für Musikinstrumente im Bereich Artenschutz beschlossen worden. Demnach sollen künftig fertige Musikinstrumente, -teile und fertiges Zubehör auch ohne artenschutzrechtliche Genehmigungen handelbar sein, wenn die Materialien roh unter Artenschutz stehen wie beispielsweise Tropenhölzer. Ausgeschlossen bleiben lediglich Rio Palisander, Thailändischer Palisander sowie von Mammuts stammendes Elfenbein. Neben dem Kauf und Verkauf erleichtert diese Klausel künftig auch das Reisen mit einem Instrument (klassik.com berichtete).


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