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Lucerne Festival beschränkt sich künftig auf Markenkern

Oster- und Pianofestival werden nicht weiter fortgeführt

Das Lucerne Festival will in Zukunft "sein Profil schärfen" und fokussiert sich ab 2020 auf die Weiterentwicklung des Sommer-Festivals. Die neue Ausrichtung, die ab kommendem Jahr gelten soll, haben Stiftungsrat und Geschäftsleitung des Festivals beschlossen. Im Zuge dessen werden das Oster- und das Piano-Festival, die als "strategisch von geringer Bedeutung" angesehen werden, nicht weitergeführt. Als neue "kreative Rahmenformate" kommen stattdessen im Herbst und Frühjahr je ein Wochenende hinzu. Diese sollen dem Publikum jeweils im Frühjahr und Herbst hochkarätige, abwechslungsreiche Konzerte unter anderem mit Eigen­produktionen bieten. "Damit entwickeln wir den Kern unserer Marke mit eigenen Projekten des Lucerne Festival Orchestra, der Akademie, den Alumni und Young konsequent weiter", so Intendant Michael Haefliger. Laut Stiftungspräsident Achermann unterstützen die Hauptsponsoren die Änderungen und sehen insbesondere in der Weiterentwicklung der Auslandprojekte grosses Potenzial. Auch zwei Studien, welche ein Marktforschungsinstitut in den Jahren 2016 und 2017 durchgeführt habe, hätten eine klare Vorliebe für das Sommer-Festival ergeben.

Das Sommer-Festival weiter zu stärken, sei wichtig, da dieses die Basis des Erfolges des Lucerne Festivals sei und diesem seine unverwechselbare Identität gebe. "Wir mussten uns entscheiden, worauf wir uns in Zukunft fokussieren wollen, auch vor dem Hintergrund, dass wir zu 95 Prozent eigenfinanziert sind", erklärte Haefliger. Im Mittelpunkt des Sommerfestivals stehen neben dem Konzertprogramm mit hochkarätigen Orchestern und -künstlern die eigenen Projekte: das Lucerne Festival Orchestra, die Lucerne Festival Academy, die Lucerne Festival Alumni und Aktivitäten speziell für Stadt und Region Luzern.

Das Lucerne Festival findet jährlich im schweizerischen Luzern statt. Die erste Ausgabe, die damals zehn Konzerte umfasste, fand im August 1938 unter der Leitung von Arturo Toscanini im Park vor Richard Wagners Villa in Tribschen mit einem speziell zusammengestellten Orchester statt. Das Festival ist seitdem stetig gewachsen: Seit 1988 fanden eine weitere Ausgabe zu Ostern und seit 1998 das Lucerne Festival "Am Piano" im Spätherbst statt. Ein neuer Konzertsaal, den der französische Stararchitekt Jean Nouvel entworfen hat, steht dem Lucerne Festival seit 1998 zur Verfügung. 2003 wurde das Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado gegründet. Außerdem gibt es seit 2004 mit der Lucerne Festival Academy unter Leitung von Pierre Boulez ein eigenes Ausbildungsinstitut, das junge, hochbegabte Musiker in die Kunst der Interpretation moderner Musik einführt.


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