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Deutscher Teilnehmer gewinnt Chopin-Klavierwettbewerb

Oberpfälzer Pianist erhält Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro

Für eine faustdicke Überraschung sorgte bei dem in diesem Jahr außerplanmäßig durchgeführten Chopin-Wettbewerb in Warschau der oberpfälzische Pianist Severin Pfotenhauer. Als erster Teilnehmer seit 79 Jahren gewann er die Platin-Medaille mit seinem die Jury restlos überzeugenden Vortrag von John Cages berühmt-berüchtigtem Stück „4‘ 33‘‘“. Noch nie zuvor hatte es ein Teilnehmer in der Endrunde gewagt, dieses „opus magnum“ des Amerikaners beim Chopin-Wettbewerb aufzuführen. Pfotenhauers Interpretation des komplexen und mehrdeutigen Stückes riss nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hin, so dass er den Vortrag wiederholen musste.

Neben dem Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro kann sich Pfotenhauer nun auch über einen Exklusiv-Vertrag mit dem renommierten Klassik-Label Schatten Records freuen. Geschäftsführer Friedrich Amuser zeigte sich im Interview höchst erfreut über den neuen Star am Klavierhimmel: „Wir sind sehr glücklich, mit Pfotenhauer einen der aufregendsten Pianisten seit Erfindung des Player Pianos unter Vertrag genommen zu haben“, so Amuser. Eine CD-Produktion mit Werken von Hummel, Loewe und Liszt sei bereits in Planung. Auf der neuen Silberscheibe soll auch eine Transkription von Rimsky-Korsakows legendärem „Hummelflug“ selbst eingespielt werden.

Auf seine Tätigkeit als Arrangeur angesprochen, gab sich der Pianist bescheiden: „Ich nehme gute Musik und versuche, zu verhindern, dass sie schlechter wird. Wenn mir das gelingt, bin ich ein guter Arrangeur“, sagte Pfotenhauer im Interview mit klassik.com. Nach dem großen Erfolg in Warschau will er sich zunächst für einige Wochen in seine Oberpfälzer Heimat zurückziehen, um anschließend eine Konzert-Tournee durch das Nunavut-Territorium vorzubereiten. Die Tournee soll im Spätherbst 2019 beginnen.

Der Chopin-Wettbewerb findet seit 1927 in der Warschauer Nationalphilharmonie statt. Als Initiator gilt der polnische Pianist und Pädagoge Jerzy Zurawlew. Seit 1955 findet der Wettbewerb alle fünf Jahre statt. In diesem Jahr hatten sich 381 junge Musiker aus aller Welt auf die Teilnahme beworben, von denen 83 für die Vorauswahl und 16 zum eigentlichen Wettbewerb zugelassen wurden.


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