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Martha Argerich neues Ehrenmitglied der Wiener Konzerthausgesellschaft

Pianistin gab ihr erstes Konzert im Konzerthaus im Jahr 1959

Die Wiener Konzerthausgesellschaft hat die Pianistin Martha Argerich zu ihrem Ehrenmitglied berufen. Intendant Matthias Naske sprach von ihr als "eine der größten lebenden Pianistinnen", der die Konzerthausgesellschaft Tribut zollen wolle: "Die absolute Unmittelbarkeit ihres Spiels und ihre phänomenale Technik sind nur zwei Aspekte, die sie zu einer singulären Erscheinung machen." Seit ihrer Kindheit ist die Musikerin der Stadt Wien und seinem Konzerthaus eng verbunden, da sie bereits als Kind Unterricht in der Stadt erhielt. Ihren ersten Auftritt hatte sie im Alter von 18 Jahren im Juni 1959 unter Karl Münchinger. Es folgten 18 weitere Konzerte, in der vorangegangen Saison erstmals mit den Wiener Philharmonikern. In der Liste bisheriger Ehrenmitglieder Wiener Konzerthausgesellschaft befinden sich u.a. Richard Strauss, Paul Hindemith, Christa Ludwig, Pierre Boulez, die Wiener Symphoniker, Yehudi Menuhin und zuletzt das Quatuor Mosaiques.

Martha Argerich wurde am 5. Juni 1941 in Argentinien geboren. Bereits mit drei Jahren erhielt sie Unterricht bei Vicente Scaramuzza und debütierte mit acht Jahren mit einer Aufführung von Beethovens 1. Klavierkonzert. Im Jahr 1955 zog sie mit ihrer Familie nach Europa, wo sie ihr Studium bei Friedrich Gulda in Wien fortsetzte. Von 1957 bis 1964 zog sie sich aus dem Konzertbetrieb zurück, erst ihr Lehrer Stefan Askenase konnte sie wieder zu Auftritten bewegen. Bekannt wurde sie vor allem durch den Gewinn des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 1965. Neben ihrer Tätigkeit als Solistin ist Argerich außerdem in der Förderung junger Talente und als Wettbewerbsjurorin engagiert. Seit 2004 konzentriert sie sich vor allem auf Kammermusik, zudem tritt sie seit einiger Zeit nicht mehr allein im Rahmen eines Klavierabends auf. Stattdessen arbeitet sie mit Musikern wie Nelson Freire, Gabriela Montero, Gidon Kremer, Mischa Maisky und ihrer langjährigen Duo-Partnerin Lilya Zilberstein zusammen. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen zählt unter anderem der hochdotierte "Praemium Imperiale" 2005.

Das Wiener Konzerthaus im 3. Wiener Bezirk wurde 1913 eröffnet. Es verfügt über einen Großen Saal mit knapp 1.900 Sitzplätzen sowie über drei kleinere Säle: den Mozart-Saal, der gut 700 Zuschauern Platz bietet, sowie den Schubert-Saal mit 366 Plätzen; darüber hinaus gibt es Neuen Saal mit rund 400 Plätzen. Das Konzerthaus ist die Hauptspielstätte der Wiener Symphoniker, des Klangforums Wien sowie des Wiener Kammerorchesters. Darüber hinaus finden zahlreiche Veranstaltungen der Genres Jazz und Weltmusik statt.


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