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Tenor Jonas Kaufmann kritisiert Akustik der Hamburger Elbphilharmonie

Sänger macht Verbesserungsvorschlag

Der Tenor Jonas Kaufmann hat nach einem Auftritt in der Hamburger Elbphilharmonie Kritik an der Akustik im Saal geübt. So bezeichnete er u.a. die Materialwahl als "verstörend", da Holz einen "wärmeren, weichen Klang" gebe. Ausschlaggebend für seine Aussagen waren die Reaktionen des Publikums auf seine Mitwirkung bei Gustav Mahlers "Lied von der Erde" gewesen: Einzelne Besucher hatten den Saal verlassen oder die Plätze gewechselt, da sie die Darbietung des Sängers mit dem Sinfonieorchester Basel nicht hatten hören können. Kaufmann fragte dem Hamburger Abendblatt gegenüber, "ob man nur bei der Planung dieses Saals einzig an Konzerte mit großen Orchestern gedacht hat und nicht an die Vielfalt unseres Metiers". Einen Lösungsvorschlag gab der Tenor jedoch: Den Einbau einer Drehbühne für kleinere Formate, damit auch die hinter den Sängern sitzenden Gäste diese hören könnten. Liederabende würde er künftig lieber in anderen Sälen halten wollen.

Kaufmanns Aussagen wurden von Elbphilharmoniechef Christoph Lieben-Seutter und Klassikveranstalter Burkhard Glashoff später bestätigt. Das Konzerthaus sei als Ort für spätromantische Orchestermusik eher ungeeignet. Die Platzanordnung stelle ein akustisches Problem dar.

Die Hamburger Elbphilharmonie wurde im Januar 2017 eröffnet. Der große Konzertsaal bietet Platz für 2.100 Zuschauer, der kleine Saal hat 550 Plätze, das Kaistudio fasst 170 Besucher. Der Konzertsaal weist eine weinbergartige Anlage (ähnlich der Berliner Philharmonie) auf und ist mit einer sogenannten "Weißen Haut" ausgekleidet.

Jonas Kaufmann wurde am 10. Juli 1969 in München geboren. An der Musikhochschule in München absolvierte er bis 1994 ein Gesangsstudium. Seine ersten Bühnenjahre am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken waren der Anfang zu einer langen Phase als freischaffender Künstler, u.a. in Stuttgart, Hamburg, Frankfurt und Mailand. 2001 begann sein Engagement an der Oper in Zürich, worauf internationale Auftritte in New York, Brüssel, London, Salzburg und Chicago folgten. In der Rolle des Lohengrin debütierte er 2010 bei den Bayreuther Festspielen, wo er seitdem regelmäßig auftritt. Zu seinen Auszeichnungen zählen neben einer Vielzahl von Preisen für seine zahlreichen Einspielungen die "Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa" 2012 und der Titel des Bayerischen Kammersängers 2013. Er ist Gewinner des International Opera Award 2015, sowie achtmaliger Echo Klassik-Preisträger. 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.


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