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Pianist Alfred Brendel: Auszeichnung für Lebenswerk

Künstler in Italien doppelt geehrt

Der Pianist Alfred Brendel (87) ist für sein Lebenswerk mit dem Siegel der italienischen Stadt Pordenone geehrt worden. Nach einem Konzert nahm Brendel die Auszeichnung im Rathaus der Stadt entgegen. Zusätzlich erhielt der Österreicher den "Pordenone Musica"-Preis, der an Musiker vergeben wird, die sich um künftige Generationen verdient gemacht haben.

Alfred Brendel studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in Zagreb und Graz und beschloss seine Klavierstudien bei Edwin Fischer, Paul Baumgartner und Eduard Steuermann. Brendel hat als erster das Klavierwerk Beethovens in seiner Gesamtheit aufgenommen. An der Aufnahme der Schubert-Sonaten und des Klavierkonzertes von Arnold Schönberg ins allgemeine Konzertrepertoire war er ebenso maßgeblich beteiligt wie an der Rehabilitation der Klavierwerke Franz Liszts.

Brendel war regelmäßig zu Gast in den großen internationalen Konzertsälen und bei den führenden europäischen und amerikanischen Orchestern. Sein letztes Konzert gab Alfred Brendel am 18. Dezember 2008 an der Seite der Wiener Philharmoniker. Seitdem widmet er sich dem Schreiben sowie Lesungen und Vorträgen. Zu den Themen gehören „Licht- und Schattenseiten der Interpretation“ sowie die letzten Klaviersonaten von Beethoven und Schubert, das Mozartspiel und die Persönlichkeit Franz Liszts. Seit 2017 ist der Vortrag „Mein musikalisches Leben“ zu hören.

Alfred Brendel ist Ehrendoktor u.a. der Universitäten von London, Oxford, Cambridge und Yale. Seit 1992 ist er Träger der Hans von Bülow-Medaille der Berliner Philharmoniker und seit 1998 Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören in den letzten Jahren der Ernst von Siemens-Preis (2004), der Artur-Rubinstein-Preis (2007), der Karajan-Preis (2008), der „Praemium Imperiale" der Japan Art Association (2009) und der Gramophone "Lifetime Achievement Award" (2010). Er ist Commandeur des Arts et des Lettres (2004).

Seit vielen Jahren tritt Alfred Brendel auch als Schriftsteller hervor. Seine gesammelten Gedichte sind unter dem Titel „Spiegelbild und schwarzer Spuk“ veröffentlicht sowie von ihm selbst gelesen auch als Hörbuch. Ebenfalls erschienen Gespräche mit Martin Meyer („Ausgerechnet ich“) sowie „Weltgericht mit Pausen – aus den Tagebüchern von Friedrich Hebbel“ (Auswahl und Nachwort von Alfred Brendel). Gesammelte Essays liegen unter dem Titel „Über Musik“ vor. 2010 erschien das Buch „Nach dem Schlussakkord – Fragen und Antworten“, 2012 "A bis Z eines Pianisten. Ein Lesebuch für Klavierliebende" und zuletzt „Wunderglaube und Mißtonleiter. Aufsätze und Vorträge“.


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