Magazin: CD-Kritiken
Maria Bach: Piano-Quintet, String-Quintet, Cello Sonata

Details zu Maria Bach: Piano-Quintet, String-Quintet, Cello Sonata: Christine Busch, Elene Meipariani, Klaus Christa, Mathias Johansen

Maria Bach: Piano-Quintet, String-Quintet, Cello Sonata: Christine Busch, Elene Meipariani, Klaus Christa, Mathias Johansen

Differenziert raffiniert

Komplexe Kammermusik aus einem vornehmen österreichischen Haushalt.

Fast zeitgleich zu der Einspielung der Cellosonate c-Moll (1924) und des Klavierquintetts a-Moll (1928) mit Oliver Triendl (Hänssler) entstand die vorliegende CD mit Kammermusikwerken von Maria Bach (1896–1978), einer österreichischen Pianistin, Violinistin, Komponistin und Malerin. Aufgewachsen in einem äußerst kunstsinnigen Haushalt in Baden bei Wien, in dem Brahms, Korngold und Nikisch, aber auch Klimt, Kokoschka und Hodler ein und aus gingen, war ihr wichtigster Lehrer Joseph Marx an der Wiener Musikhochschule (Klavier und Komposition). Bach weiß sich in den drei hier vorgestellten Werken – außer den beiden genannten auch dem Streichquintett von 1936 – als Schülerin ihres Lehrers zu empfehlen. In ihrer opulenten Harmonik ist ihr Stil jenem Marx‘ oder Korngold vergleichbar, doch von einer reichen Menge an ganz eigenen Wendungen, die im Klavierquintett mit dem Beinamen ‚Wolga‘ auch nach Belgien oder Frankreich, aber auch nach Osteuropa zu blicken scheinen (in die Entstehungszeit fällt ihre Beziehung zu dem russischen Komponisten und Dirigenten Ivan Boutnikoff, der sie in Instrumentation unterrichtete und mit ihr durch ganz Europa reiste).

Das Streichquintett ist introvertierter als das Klavierquintett, von den Texturen her auch etwas schlichter, aber gerade im Finale (mit dem Titel ‚Sakraler Tanz‘) von starker evokativer Kraft; wie beim Klavierquintett steht in seinem Zentrum einen Variationensatz (Bachs beide Streichquartette sind gleichfalls Variationswerke). Die Cellosonate ist vielleicht das konventionellste der drei Werke, doch nicht minder sorgfältig ausgearbeitet und von starker Wirkung, auch wegen Bachs auch hier klar hörbarer eigener harmonischer Sprache.

Bachs kompositorische Texturen sind von großem Reichtum, viele ihrer Sätze von großer Raffinesse; der spieltechnische Anspruch findet rundum glücklichen Widerhall in den hier vorliegenden Wiedergaben durch das Streichquartett Christine Busch, Elene Meipariani, Klaus Christa und Mathias Johansen im Streichquintett ergänzt um Conradin Brotbek, im Klavierquintett um Akiko Shiochi; in der Cellosonate spielen Johansen und Yukie Takao. Die SWR-Aufnahmen, die im Herbst 2019 und im Juni 2020 entstanden, sind klanglich vorzüglich, vom Booklettext hätte man sich mehr Tiefe sowohl was Bachs kompositorisches Schaffen als auch was die Werke selbst angeht gewünscht.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 13.05.2022

Label: cpo
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