Magazin: CD-Kritiken
Baermann: Music for Clarinet & Piano Vol.2

Details zu Baermann: Music for Clarinet & Piano Vol.2: Dario Zingales, Fausto Quintaba

Baermann: Music for Clarinet & Piano Vol.2: Dario Zingales, Fausto Quintaba

Virtuose Variationen

Dario Zingales spielt Werke von Heinrich Joseph und Carl Baermann, zwei der großen Klarinettisten des 19. Jahrhunderts.

Der Name Baermann ist heute hauptsächlich Klarinettisten noch geläufig. Heinrich Joseph (1784-1847) und sein Sohn Carl Baermann (1811-1885) waren beide erfolgreiche Virtuosen auf diesem Instrument, Carl Maria von Weber und Felix Mendelssohn Bartholdy schrieben Werke für sie. Von Carl stammt außerdem eine bekannte Klarinettenschule in mehreren Bänden, die bis heute verfügbar ist.

Ihre eigenen Werke werden allerdings von heutigen Klarinettisten nur äußerst selten angefasst. Seltsam eigentlich, denn die Baermänner schrieben sich für den eigenen Gebrauch Stücke, mit denen sie glänzen und die Vorzüge ihres Instruments zeigen konnten. Höchst virtuose Passagen wechseln darin mit kantablen Abschnitten. Es mag sich nicht unbedingt um große Meisterwerke handeln, doch unterhaltsam sind sie allemal und wären eine Bereicherung des Repertoires.

So ist es erfreulich, dass Brilliant Classics ihren Werken nun bereits die zweite CD widmet. Einzig Carl Baermanns Fantasie brillante 'Souvenirs de Bellini' op. 52, ein ganz besonders virtuoses Showstück, wurde bereits zuvor aufgenommen, alle übrigen Werke sind Ersteinspielungen. Die technischen Schwierigkeiten sind durchaus hörbar, doch das ist sicherlich auch der Sinn der Sache. Dario Zingales bewältigt sie ziemlich eindrucksvoll und stellt sie auch sehr deutlich zur Schau, außer in Carl Baermanns Divertimento 'Ein Traum' op. 47. Hier scheint er das virtuose Element eigenartiger Weise mitunter eher verbergen zu wollen. Am Beginn des Einleitungssatzes zitiert Baermann übrigens nacheinander das Variationenthema aus Beethovens 'Kreutzer'-Sonate und den Moll-Abschnitt aus Schuberts 'Hirt auf dem Felsen', letzteres immerhin auch ein Werk mit Klarinette.

Die Variationsform dominiert die neue Platte ziemlich stark. Von Vater Baermann sind drei Variationenwerke enthalten, im Original sogar mit Orchesterbegleitung, hier aber in einer Fassung mit Klavier. Pianist Fausto Quintabà hat dabei allerdings nicht allzu viel zu tun: Außer kurzen Zwischenspielen, die dem Bläser eine Atempause verschaffen, beschränkt sich der Klaviersatz auf eine fast minimale Begleitfunktion. Auch in den beiden Werken von Baermann junior bestehen jeweils die zentralen und weitaus umfangreichsten Sätze aus Variationen, die von deutlich kürzeren Einleitungs- und Finalsätzen gerahmt werden.

Klanglich sind die im Januar 2021 in Salzburg entstandenen Aufnahmen im Grunde sehr gut gelungen, außer man stört sich an oft ziemlich deutlich hörbaren Atem- und Klappengeräuschen.


Jan Kampmeier, 12.01.2022

Label: Brilliant classics
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 




Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

Unser Service:

 Schriftgröße   + / - 

Drucker Seite drucken

RSS RSS


Anzeigen

NOTE 1 - Mitteilungen (1/2022) herunterladen (3500 KByte)

Class aktuell (3/2021) herunterladen (2500 KByte)