Magazin: CD-Kritiken
Platti: Harpsicord Concertos, Violin Concerto

Details zu Platti: Harpsicord Concertos, Violin Concerto: Roberto Loreggian, L'Arte dell'Arco, Federico Guglielmo

Platti: Harpsicord Concertos, Violin Concerto: Roberto Loreggian, L'Arte dell'Arco, Federico Guglielmo

Erfolgreicher Migrant

Ein überzeugendes Plädoyer für einen italienischen Wahlfranken.

Giovanni Benedetto Platti (1697–1763) stammte aus Padua, trat aber 1722 in den Dienst der Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg; schon in Italien hatte er sich als Komponist von Cembalosonaten profiliert, sein weiteres Œuvre ist ausgesprochen reich, enthält nicht nur drei Messen und ein Requiem, sondern Sonaten für Cembali und mit Soloinstrumenten (mit Opuszahl in Nürnberg veröffentlicht), zwanzig Triosonaten, 28 Cellokonzerte, neun Cembalokonzerte und vieles mehr (zwölf Cellosonaten haben Francesco Galligioni und Roberto Loreggian, mithin zwei Mitwirkende der vorliegenden Produktion 2018 für Brilliant Classics eingespielt). Stilistisch gehört Platti zumeist schon der Zeit nach Bach an, die hier vorgestellten fünf Konzertwerke zeigen die Spannung zwischen barockem Kontrapunkt und ‚galanter‘ Melodie- und Harmoniegestaltung. Die Werke scheinen auf den ersten Blick formal traditionell, bieten aber eine durchaus eigene stilistische Farbe sowohl in die fränkische als auch die norditalienische Musik ein.

Nur ein Violinkonzert Plattis (in A-Dur) ist bislang bekannt, stilistisch Mauro d’Alays Concerto op. 1 Nr. 1 verwandt. Stärker als die Cembalokonzerte hören wir hier noch einen starken italienischen Ton, der bei Federico Guglielmi, dem Leiter von L’Arte dell’Arco, in allerbesten Händen ist. Das starke ‚Concertante‘-Element, das das Soloinstrument häufig eng mit dem Continuo verzahnt, zeigt eine besondere Eigenheit Plattis.

Stilistisch ausgereift

Drei der vier hier eingespielten Cembalokonzerte wurden um das Jahr 1740 komponiert, nur das eröffnende G-Dur-Konzert entstand früher – ist aber dennoch stilistisch schon voll ausgereift. Roberto Loreggian, den man im Violinkonzert als Continuospieler hörte, übernimmt hier den Cembalopart, drängt sich nie in den Vordergrund, sondern konzertiert vielmehr gleichberechtigt mit seinen Partnern (dem ‚Streichquartett‘ Federico Guglielmi, Elisa Imbalzano, Mario Paladin und Francesco Galligioni – im Violinkonzert tritt als Tuttiviolinistin Alessia Pazzaglia hinzu). Die Aufnahmetechnik – bei mancher Produktion von L’Arte dell’Arco für andere Labels gelegentlich etwas problematisch – sorgt hier für vorzügliche Balance, und auch die Raumakustik der Marienabtei in Carceri südwestlich von Padua harmoniert gut mit der Musikwiedergabe.

Das CD-Booklet hält das hohe Niveau der vorliegenden Produktion, und es steht zu hoffen, dass L’Arte dell’Arco auch die weiteren Cembalokonzerte Plattis einspielt – gefolgt möglicherweise von den Cellokonzerten.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 21.01.2021

Label: cpo
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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