Magazin: CD-Kritiken
Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concerti

Details zu Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concerti: Jean-Efflam Bavouzet, Manchester Camerata, Gábor Takács-Nagy

Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concerti: Jean-Efflam Bavouzet, Manchester Camerata, Gábor Takács-Nagy

Bedeutende Einspielung

Jean-Efflam Bavouzet bietet eine vitale und intelligente Sicht auf Mozarts Klavierkonzerte.

Die CD-Einspielungen der Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart durch den Pianisten Jean-Efflam Bavouzet gehören zu den profundesten der Gegenwart. Das gilt auch für den vorliegenden Tonträger, der intelligent die Klavierkonzerte KV 175 bis 271 mit zur gleichen Zeit entstandenen Ouvertüren und Sinfonien mischt. Bavouzets gänzlich unangestrengte Virtuosität, sein Klangfarbensinn und sein genuines Erzähltalent machen die Klavierkonzerte zum Ereignis. Wie auch bei seinen früheren Einspielungen wird man den Eindruck nicht los, dass Bavouzet mit dieser Musik verschmilzt. Deutlich bei seiner eigenen Kadenz zum dritten Satz des Klavierkonzertes KV 175, wo ihm mit einer unvergleichlichen Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit die Ideen zu dieser Musik aus den Fingern fließen. Er erweist sich auch hier wieder als pianistisch souveräner wie geistig aufgeschlossener Musiker. Spieltechnisch und gestalterisch scheint es für ihn keine Grenzen zu geben. So haben seine Interpretation jenen weiten Atem, der notwendig ist, um die Ernsthaftigkeit und geistige Tiefe dieser Werke zu erfassen.

Jean-Efflam Bavouzet ist in der Tat ein fabelhafter Pianist, der fast immer für spannende Erfahrungen sorgt. Und die Manchester Camerata unter Gábor Takács-Nagy erweist sich bei allem als idealer Dialogpartner. Er und Takács-Nagy durchdringen diesen Geist des Aufbruchs, der diesen ‚Jugendwerken“ innewohnt. Sie verstehen, was es für Mozart damals hieß, auf die Zukunft zu vertrauen, und schmiegen sie sich ganz der jugendlichen Vitalität dieser Werke an. Schlank, zeitweilig in der Nähe des Zerbrechlichen musiziert die Manchester Camerata mit einem bemerkenswert sensiblen Klangbild. Die Phrasierung ist immer präzise, die Linienführung deutlich. Das Ergebnis ist eine kammermusikalische Intimität und Klarheit. Die Sicht Gábor Takács-Nagy auf die Partituren der Ouverüren ('La finta giardinera', 'Il sogno di Scipione', 'Lucio Silla' und 'Il re pastore') erweist sich als durchaus feinsinnig.


Michael Pitz-Grewenig, 17.06.2021

Label: Chandos
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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