Magazin: CD-Kritiken
Francis Poulenc: Wind Music

Details zu Francis Poulenc: Wind Music: Ensemble Confoederatio

Francis Poulenc: Wind Music: Ensemble Confoederatio

Verspielt, aber kaum expressiv

Das Ensemble Confoederatio spielt Kammermusik für Bläser und Klavier von Francis Poulenc.

Das Ensemble Confoederatio hat wesentliche Teile der Kammermusik Francis Poulencs für Bläser und Klavier aufgenommen: für Flöte, Oboe und Klarinette je eine Sonate, das Trio für Oboe, Fagott und Klavier sowie das Sextett. Exakt dasselbe Programm hatte dieses Jahr bereits auch das Ensemble Arabesques gemeinsam mit dem Pianisten Paul Rivinius herausgebracht. Hinzu kommt, dass sich beide Aufnahmen recht ähnlich sind, im Grunde könnte man weite Teile der Kritik zu dieser nur wenige Monate älteren Platte fast kopieren und hier einfügen. Gut, vielleicht doch nur fast, einige Unterschiede gibt es dann doch. Aber hier wie dort legen die Interpreten offenbar höchsten Wert auf größtmögliche Schönheit des Klangs. Den Musikern der neuen Confoederatio-Platte gelingt das sogar noch besser als ihren Hamburger Arabesque-Kollegen, und besonders wäre die Flötensonate hervorzuheben, die von Rute Fernandes mit einem zugleich ungemein sanften und sehr konzentrierten Klang gespielt wird, weit entfernt von den eher wolkig-diffus anmutenden Flötenklängen, die man doch immerhin recht häufig zu hören bekommt.

Fehlender Biss

 

Auch sind beide Aufnahmen hier und dort munter und verspielt, Confoederatio tendenziell mehr als Arabesques. Bei der neuen Platte wäre wohl in erster Linie das Finale der Klarinettensonate zu nennen. Das hört sich zunächst durchaus eindrucksvoll an, doch letztlich fehlt auch dieser verspielten Art leider noch etwas Biss, um Poulencs vorwitzig-freche Tonsprache wirklich voll zur Geltung zu bringen, und erst recht werden auf beiden Platten die expressiven Potentiale seiner Musik nicht genügend ausgeschöpft. Wie das klingen könnte, haben in ebenfalls noch recht neuen Aufnahmen das dänische Ensemble MidVest bzw. im Falle des Sextetts die polnische Gruppo di Tempera vorgemacht.

Da die neue Platte bei Dabringhaus und Grimm erschienen ist, wirkt der Klang wie zu erwarten klar und transparent, der natürliche Hall ist sehr angenehm. Auch das Beiheft ist gut gelungen, allerdings fehlt eine Vita des Ensembles. So kann man sich nur aus den Einzelbiographien der Musiker ableiten, dass es sich hier offenbar um eine in der Schweiz beheimatete Formation handelt, denn alle Bläser spielen oder spielten in Schweizer Orchestern, in Zürich, Lausanne oder Winterthur, wo auch die Aufnahmen entstanden.


Jan Kampmeier, 30.01.2020

Label: MDG
Interpretation: 
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