Magazin: CD-Kritiken
Anton Arensky: Piano Trios No.1 & 2

Details zu Anton Arensky: Piano Trios No.1 & 2: Münchner Klaviertrio

Anton Arensky: Piano Trios No.1 & 2: Münchner Klaviertrio

Der Maßstab

Auch nach 27 Jahren dürfen die Interpretationen der zwei Klaviertrios von Anton Arenskij mit dem Münchner Klaviertrio als das Maß der Dinge gelten.

Er ist wohl doch eher ein B-Promi unter den Komponisten, vielleicht gar nur ein C-Promi. Doch das sagt, wie so oft, wenig aus über die Qualität der Musik des Anton Arenskij (1861-1906). Auf sein erstes Klaviertrio etwa, d-moll op. 32, zweifellos sein erfolgreichstes Werk, haben sich in den letzten Jahren etliche Formationen gestürzt und auf CD heraus gebracht, neben anderen etwa das Kinsky Trio Prague (2011), das Beethoven Trio Bonn (2013), das Trio Wanderer (2014), das Trio Enescu (2016), das Gelius Trio (2018).

Mitreißend und schwungvoll

Das Münchner Klaviertrio gehört, neben dem Borodin Trio (1986), zu den frühen Interpreten dieses Werks auf CD, denn die Aufnahmen der neue Platte stammen schon von 1992, waren aber zuletzt nicht mehr erhältlich. Die Wiederveröffentlichung, die sogar den originalen Begleittext übernommen hat, lohnt sich allemal, denn das Münchner Klaviertrio (in der Erstveröffentlichung hieß das Ensemble noch Neues Münchner Klaviertrio) ist und bleibt auch nach 27 Jahren der Maßstab bei diesem Werk. Mag auch die technische Qualität der Aufnahme inzwischen eher guter Standard als Referenz sein, die der Interpretation ist es nicht, denn so mitreißend, zupackend und schwungvoll wie das Münchner Klaviertrio hat keines der anderen erwähnten Ensembles Arenskijs Trio gespielt. Mag auch das ein oder andere Detail anderswo liebevoller betont sein, der Eindruck eines so natürlichen, über das ganze Werk gespannten Bogens stellt sich sonst nirgends ein.

Nun gibt es übrigens von Arenskij eine ganze Reihe weiterer Werke, die der Entdeckung unbedingt lohnen. So hat er etwa 1905, ein Jahr vor seinem frühen Tod, noch ein zweites Klaviertrio veröffentlicht, ein Werk in f-moll op. 73. Die meisten der oben genannten Ensembles hat dieses Werk nicht weiter interessiert, nur das Borodin Trio und die Münchner haben es aufgenommen. Auch über dieses Trio gibt es eigentlich nur Gutes zu sagen, und man könnte es noch mehr loben – wenn es nicht Arenskijs genialen Wurf des ersten Trios gäbe. So aber wird es immer etwas im Schatten stehen, trotz seiner Schönheiten. Auf jeden Fall lohnt es sich aber, das wiederum energisch und brillant spielende Münchner Klaviertrio auch mit diesem Werk zu hören.


Jan Kampmeier, 19.12.2019

Label: Profil - Edition Günter Hänssler
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