Magazin: CD-Kritiken
Soirée - Magdalena Kozená & Friends

Details zu Soirée - Magdalena Kozená & Friends: Magdalena Kozena, Sir Simon Rattle, Kaspar Zehnder, Andrew Marriner

Soirée - Magdalena Kozená & Friends: Magdalena Kozena, Sir Simon Rattle, Kaspar Zehnder, Andrew Marriner

Von der Kraft der Lieder

Magdalena Kozena lädt auf ihrer CD ein zu einer Soirée.

Im Vorwort des Booklet schwärmt Magdalena Kožená von der geborgenen Stimmung gemeinsamen Kochens und anschließenden Kammermusizierens mit Freunden. Genau diese freudig emotionale Atmosphäre will sie mit ihrer neuen CD 'Soirée Magdalena Kožená & Friends' realisieren. Dabei taucht sie in die tiefsten Gefühle menschlicher Existenz ein, denn die für diese Soirée sehr individuell und extravagant zusammengestellten Lieder kreisen allesamt um Liebe und Tod.

Magdalena Kožená singt bekannte Lieder, entdeckt weniger bekannte Kompositionen, die sie abwechslungsreich, ohne chronologische Reihung arrangiert. Mit ihrem kraftvoll glühenden, klangschön modulierten Mezzosopran eröffnet sie ein neues Hören der latenten Emotionalitäten dieser Lieder. Mit Sir Simon Rattle am Klavier, Wolfram Brandl und Rahel Rilling (Violinen), Yulia Deyneka (Viola), David Adorjan (Cello), Andrew Marriner (Klarinette) und Kaspar Zehnder (Flöte) ist Koženás Stimme musikalisch erstklassig und sehr einfühlsam umrahmt.

Voller Inbrunst

Das erste Lied, Ernest Chaussons 'Chanson perpétuelle' (1898) gibt das Programm vor, den ewigen Kreislauf von Liebe, Verlassenwerden und Sterbenwollen in der Erkenntnis der eigenen Einsamkeit. Die folgenden sieben Lieder von Antonin Dvořák, vier davon aus seinem Zyklus 'Zigeunermelodien' weiten die Themen, voller Inbrunst gesungen, von der Sehnsucht nach der Heimat, auf die Freiheit der Armut, die der Korruption des Reichtums widersteht, aber auch auf die Pein, die Liebe verursacht. Berührend singt Kožená, was 'Die Mutter mich lehrte', und nach dem schwungvollen 'Die Saiten sind gestimmt' endet diese kleine Dvořák-Auswahl mit dem wunderbar gefühlvoll interpretierten 'Gute Nacht'-Lied. 

'Zwei Lieder' op. 91 (1884) von Johannes Brahms stellen zwischen 'Gestillter Sehnsucht' und 'Geistlichem Wiegenlied' die Liebe in den natürlichen Rhythmus von Sterben und Gebären. In den drei von Stravinsky vertonten Shakespeareliedern (1953) wird neben dem Tod in 'Full fadom five', dem Frühling 'When Dasies pied' die menschliche Harmonie in 'Musick to heare' thematisiert, just zu dem Zeitpunkt, als Stravinsky sich mit der Zwölftonmusik auseinanderzusetzen begann und Wohlklang neu interpretierte.

In den „Kinderreimen“ Leoš Janáčeks (1925) leuchtet das ländliche Leben auf. Die Tiere ersetzen zuweilen die menschliche Beziehungen, gackern und flattern herum, witzig hörbar in den wild-dramatischen lautmalenden Instrumentallinien und Koženás temperamentvollen Interpretationen. Außerdem erklingen Lieder von Ravel, Brahms und Richard Strauss.


Michaela Schabel, 14.04.2020

Label: Pentatone Classics
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Booklet: 




Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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