Magazin: CD-Kritiken
Elsner, Joseph: Kammermusik

Details zu Elsner, Joseph: Kammermusik: Violin-Sonaten, Septett, Klaviertrio, Klavierquartett, Streichquartette, Klaviersonaten

Elsner, Joseph: Kammermusik: Violin-Sonaten, Septett, Klaviertrio, Klavierquartett, Streichquartette, Klaviersonaten

Verdienstvolle Edition

Eine einheitlich hohe Qualität bei der Vorstellung von Kammermusik Joseph Elsners.

In der jüngeren Vergangenheit hat sich die Auseinandersetzung mit der Musik von Joseph Elsner (1769–1854) konsequent verdichtet. Hier nun also vier CDs mit Kammermusik und drei Klaviersonaten. Aus Schlesien gebürtig, war er zunächst in Lemberg (Lviv) tätig und wechselte 1799 nach Warschau, wo Fryderyk Chopin sein Schüler wurde. Doch wäre es mehr als verfehlt, würde man Elsner ausschließlich in die Rolle des Pädagogen drängen (obschon man ihn als einen der Pioniere der Musikausbildung in Warschau bezeichnen darf). Rund 30 Messen, 55 Kantaten, 45 Opern und acht Sinfonien bilden einen beachtlichen Teil seines kompositorischen Schaffens. Die vorliegende Edition enthält nicht nur die drei Streichquartette op. 8 (1799) und die drei Sonaten für Klavier und Violine op. 10, sondern auch die Grande Sonate B-Dur op. 2 für Klaviertrio, das Klavierquartett Es-Dur op. 15 und die Sonate B-Dur op. 16 für Klavier vierhändig. Außerdem finden wir zwei Rondeaux und drei Sonaten für Klavier solo sowie das 1830 entstandene Septett D-Dur für Flöte, Klarinette, Klavier und Streicher (Werke ohne Opuszahl).

Im Vergleich zur Einspielung der Streichquartette durch das polnische Equilibrium String Quartet (2018 bei Accord erschienen) zeichnet sich die Interpretation des Hoffmeister Quartetts durch größere Energie und Eleganz, durch gutes Formverständnis und feines kontrapunktisches Gespür aus – und dass sich die Musik auch vor dem Vergleich mit Haydn nicht zu verstecken braucht, ist hier klar zu hören. Die restlichen drei CDs bestreiten die Mitglieder des Trio Margaux mit Gästen (mit einer Überschneidung zum Hoffmeister Quartett). Bei den Sonaten für Klavier und Violine ist die im Titel vorgegebene Prominenz des Pianoforte (Robert Brown nach Michael Rosenberger, Wien, 1805) sorgsam austariert, ohne dass der Violinist zu kurz käme. Die Pianistin Beni Araki spielt die drei Sonaten und zwei Rondeaux (à la Mazurek bzw. à la Krakowiak) mit viel Feingespür, und es gelingt ihr mit Leichtigkeit, die Qualitäten der Musik in vortrefflicher Weise herauszuarbeiten. Sas Klaviertrio und das Klavierquartett sind substanzielle Beiträge zur Geschichte ihrer jeweiligen Gattung. Beim Septett erreichen die Musiker eine fast symphonische Faktur, die Spielfreude der Musiker springt bei aller Eleganz unmittelbar über.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 04.04.2021

Label: Profil - Edition Günter Hänssler
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Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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