Magazin: CD-Kritiken
Francis Poulenc Kammermusik

Details zu Francis Poulenc Kammermusik: Ensemble arabesques, Paul Rivinius

Francis Poulenc Kammermusik: Ensemble arabesques, Paul Rivinius

Ohne Biss

Francis Poulencs Werke für Bläser und Klavier sind in dieser Neuaufnahme mit dem Ensemble Arabesques zu brav geraten.

Diese neue Aufnahme von Francis Poulencs Kammermusik für Bläser und Klavier ist überall dort ganz wunderbar gelungen, wo die Stimmung lyrisch und sanft wird. Auch technisch ist die Leistung der Musiker des in Hamburg beheimateten Ensembles Arabesques und des Pianisten Paul Rivinius absolut makellos, die Intonation vorbildlich und auch die heikelsten Stellen werden mit größter Mühelosigkeit bewältigt.

Doch leider gibt es auch die andere Seite der Medaille, denn ausgerechnet in einem gerade bei Poulenc (1899–1963) absolut wesentlichen Aspekt überzeugt die Aufnahme nicht: Die muntere, lebhafte und verspielte Seite nämlich kommt weniger überzeugend zur Geltung als bei vielen anderen Aufnahmen. Hier fehlt einfach der Biss. Möglicherweise ist das allerdings der Tontechnik zuzuschreiben. Die neue Platte, aufgenommen vom Deutschlandfunk im April letzten Jahres, klingt zwar angenehm, aber irgendwie auch sehr steril, die Instrumente hört man, als ob sie hinter einem Vorhang stünden, vor allem die Dynamik ist nicht ausreichend abgebildet. Da sind die erwähnten Konkurrenzaufnahmen doch deutlich brillanter eingefangen worden.

Das dänische Ensemble MidVest zum Beispiel hat vor einigen Jahren auf einer cpo-Platte die im direkten Vergleich doch wesentlich keckeren, frecheren und spritzigeren Interpretationen vorgelegt. Das Programm ist zum großen Teil identisch, man hört auf beiden CDs die drei Sonaten für Flöte, für Oboe sowie für Klarinette und Klavier, außerdem das Trio für Oboe, Fagott und Klavier. Das Ensemble Arabesques spielt ferner auch das Sextett für fünf Bläser und Klavier, dass auf der MidVest-Platte fehlt. Doch auch hier gibt es, ebenfalls in noch recht neuen Aufnahmen, starke Konkurrenz, etwa durch die polnische Gruppo di Tempera oder auch durch Les Vents Français und Éric le Sage am Klavier. Die Informationen im Beiheft sind leider recht knapp ausgefallen.


Jan Kampmeier, 16.05.2019

Label: Farao Classics
Spielzeit: 72:48 , aufgenommen 4/2018
Interpretation: 
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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