Magazin: CD-Kritiken
International German Piano Award - 2018 Laureate

Details zu International German Piano Award - 2018 Laureate: Hans Suh, Klavier

International German Piano Award - 2018 Laureate: Hans Suh, Klavier

Koreanische Klasse

Hans H. Suh unterstreicht die Ambitionen einer steil nach oben strebenden Pianistenelite aus Südkorea.

2018 ging der junge südkoreanische Pianist Hans H. Suh als Sieger aus dem 2011 ins Leben gerufenen, jährlich in Frankfurt ausgetragenen Wettbewerb Internationaler Deutscher Pianistenpreis hervor. Bestandteil des Gewinns ist neben einem üppigen Preisgeld die Aufnahme einer vom Label Genuin co-produzierten CD, die vorliegend im September desselben Jahres im Kurhaus Wiesbaden entstand. Am Beginn des Programms stehen Beethovens 'Sechs Bagatellen' op. 126, die sich vom ursprünglichen Format dieses Genres schon längst weit entfernt haben und vielmehr im gewichtigen Kontext des Spätwerks anzusiedeln sind.

Fesselnde Diktion

Suh findet von der ersten Nummer ('Andante con moto') an zu einer überaus präsenten, fesselnden Diktion. Erst unlängst hatte zuvor Herbert Schuch ein vielbeachtetes Album mit dieser, als Beethovens letztes bedeutendes Klavierwerk geltenden Sammlung veröffentlicht. Suhs Einspielung übertrifft jene sogar und kann sich gleichzeitig ohne Weiteres mit Mikhail Pletnevs vergleichsweise betagter, ebenfalls äußerst gelungener Aufnahme messen. Dementsprechend kein Zweifel: Suh findet schon in jungen Jahren Zugang zu Beethovens Spätwerk im Dunstkreis der großen letzten Sonaten. Passend zu diesem Stichwort gibt es als nächstes Liszts h-Moll-Sonate. Auch mit diesem Schwergewicht der pianistischen Literatur kommt Suh bestens zurecht. Markant-charismatisch setzt er das sogenannte ‚Hammerschlag-Motiv‘, das ‚Grandioso‘-Thema strahlt in voluminöser Pracht. Durch die Sphären des 'Andante sostenuto' bewegt er sich mit viel lyrischem Feingefühl. Gut durchhörbar intoniert er das rasante Fugato in der Reprise, Suhs technische Fähigkeiten halten auch den sprunghaften Akkord-Blöcken des Schlussabschnitts mit all seinen virtuosen Anforderungen problemlos Stand.

Aussichtsreiche Perspektive

Andere Qualitäten sind in Debussys 'La terrasse des audiences du clair de lune' aus dem zweiten Buch der 'Préludes' und dem pianistischen Evergreen 'Clair de lune' aus 'Suite bergamasque' gefragt. Hier beweist Suh feinen impressionistischen Klangsinn und lotet sauber getrennte Klangschichten atmosphärisch dicht aus. Schumanns 'Arabeske' op. 18 und dessen 'Träumerei' als Encore unterstreichen nochmals die vielversprechende pianistische Perspektive, die der junge Koreaner vor Augen hat. Mit dieser reiht er sich ein in die Riege großartiger südkoreanischer Talente, die angefangen von den bereits arrivierten Seon-Jin Cho und Yekwon Sunwoo über EunAe Lee als ‚Cliburn‘-Teilnehmerin und Gewinnerin bei der diesjährigen Erstauflage des Wiener Internationalen Musikwettbewerbs bis hin zu Jeung Beum Sohn zu Recht Preise en masse abräumen und sich kontinuierlich in der internationalen Weltklasse festspielen. Auf das Album der diesjährigen Preisverleihung darf man sich in diesem Sinne jetzt schon freuen!


Thomas Gehrig, 25.09.2019

Label: Genuin
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 




Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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