Magazin: CD-Kritiken
Cavatine - Werke von Debussy, Poulenc, Francaix, Koechlin, Messiaen

Details zu Cavatine - Werke von Debussy, Poulenc, Francaix, Koechlin, Messiaen: Cameron Crozman, Philip Chiu

Cavatine - Werke von Debussy, Poulenc, Francaix, Koechlin, Messiaen: Cameron Crozman, Philip Chiu

Ein Hauch Paris

Cameron Crozman und Philip Chiu überzeugen durch ihr sympathisch unaufgeregtes Spiel und eine spannende Programmwahl.

Er wird bereits als junger, aufstrebender ‚Cello-Star‘ Kanadas gehandelt: Cameron Crozman. Gemeinsam mit dem Pianisten Philip Chiu hat er im Oktober 2017 beim Label ATMA sein Debütalbum 'Cavatine' eingespielt – und zwar mit ausschließlich französischer Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da Crozman in Paris studiert hat, ist ihm dieses Repertoire ans Herz gewachsen. Neben den Cellosonaten von Francis Poulenc und Claude Debussy stehen eher seltener zu hörende Kompositionen von Charles Koechlin, Jean Françaix und Olivier Messiaen.

Die stilistische Vielfalt der Mischung birgt Spannung, trotz zeitlicher Nähe ist es ein akustisch weiter Weg von Poulenc bis Messiaen. Crozman und Chiu meistern diesen Parkour mit technischer Souveränität und einer beeindruckenden Leichtigkeit. Schwungvoll und unbeschwert kosten sie die Lyrik und Melodik in Poulencs Sonate aus, ihr Debussy klingt im Anschluss weniger impressionistisch, als vielmehr betont modern in der Wahl der Farben und Agogik. Dieser recht unsentimentale Zugriff bereitet die effektvoll kantigen 'Variations de concert' von Françaix akustisch vor, dazwischen entführen den Hörer sechs 'Chansons bretonnes' von Koechlin in die sangbaren Sphären unerhörter Folklore. Der Abschluss mit einem Satz aus Messiaens 'Quatuor pour la fin du temps' stößt ein Tor in andere Dimensionen auf: meditativ, schwebend, entrückt. Als Duo harmonieren die beiden Künstler ausgezeichnet, vor allem das außergewöhnliche Programm ist reizvoll, ohne zu überfordern. Ein zwingender Interpretationsansatz oder fesselndes Charisma sind nicht die Komponenten, die dieses Album hörenswert machen, sondern die durchweg sympathische Unaufgeregtheit, mit der hier selbstbewusst musiziert wird.


Benjamin Künzel, 15.05.2021

Label: Atma classique
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