Magazin: CD-Kritiken
Brahms, Johannes: Die schöne Magelone

Details zu Brahms, Johannes: Die schöne Magelone: John Chest, Marcelo Amaral

Brahms, Johannes: Die schöne Magelone: John Chest, Marcelo Amaral

Heroischer Sang an die schöne Magelone

Der amerikanische Bariton John Chest entführt in den Brahms-Zyklus op. 33 und imponiert durch eine kräftige und klangvolle Interpretation, die etwas an Kontrasten spart.

Johannes Brahms‘ 15 Romanzen aus Ludwig Tiecks Roman 'Liebesgeschichte der schönen Magelone', die er als op. 33 dem Bariton Julius Stockhausen widmete, beinhalten eine Vielzahl an unterschiedlichen literarischen Inhalten. Der Bariton John Chest erfüllt diese Inhalte mit kraftvollem Stimmglanz und betört durchwegs mit seinem fast schon heroisch wirkenden Zugang an diesen Brahms-Zyklus. Mit äußerst klarer Diktion schöpft er den textlichen Gehalt aus, der von Verzweiflung, überschäumender Freude bis hin zur beschaulichen Meditation eine reiche Bandbreite an Anknüpfungsmöglichkeiten bietet. Allerdings vermisst man diese ausdifferenzierte Vielfalt vereinzelt in der Interpretation des amerikanischen Baritons, der durch den opernhaften und sehr klangintensiven Zugang manchmal dynamische oder agogische Kontraste oder Feinheiten beiseite lässt. Durch die ausgereifte Symbiose mit dem Pianisten Marcelo Amaral, der sowohl technisch als auch in der klanglichen Ausgestaltung einen breiten Spannungsbogen über den Zyklus zieht, ist John Chest jedoch ebenfalls zur Höchstleistung angespornt und das Duo ebnet einen heroischen Weg in die intensive Welt der schönen Magelone.


Lorenz Adamer, 12.04.2020

Label: Alpha Classics , VÖ: 11.01.2019
Interpretation: 
Klangqualität: 
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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