Magazin: CD-Kritiken
Violin Sonatas: Mozart, Bartók, Brahms

Details zu Violin Sonatas: Mozart, Bartók, Brahms: Elisa van Beek, Giorgos Karagiannis

Violin Sonatas: Mozart, Bartók, Brahms: Elisa van Beek, Giorgos Karagiannis

Unaufgeregtes Debüt

Die junge Geigerin Elisa van Beek stellt sich auf ihrem Debüt zusammen mit dem Pianisten Giorgos Karagiannis vor. Im Gepäck haben die beiden Werke der Duo-Literatur von Mozart, Bartok und Brahms.

In diesem Jahr schloss die Geigerin Elisa van Beek erfolgreich ihr Instrumentalstudium mit dem Master of Music ab. Nun präsentiert sie sich gemeinsam mit ihrem kammermusikalischen Partner, dem Pianisten Giorgos Karagiannis, erstmals auf einem Tonträger. Für ihr Debüt haben sie Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate für Klavier und Violine G-Dur KV 301, die Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 von Béla Bartók sowie die Sonate für Klavier und Violine Nr. 1 G-Dur op. 78 von Johannes Brahms eingespielt. Erschienen ist die CD bei ARS Produktion. Bedauerlicherweise entbehrt das Booklet jegliche Auskünfte bezüglich der Werkauswahl und der Programmzusammenstellung. Hier wäre es – insbesondere im Hinblick auf das CD-Debüt – interessant gewesen, warum sich gerade für diese Werke entschieden wurde und welche Beziehung die Interpreten zu den Werken haben. So erscheint der Erstling in einem unpersönlichen Ambiente.

Auf einer Kollektion von Duo-Werken für Violine und Klavier darf natürlich ein Beitrag Mozarts zu dieser Gattung nicht fehlen – war er es doch, der die Eigenständigkeit und musikalische Gleichberechtigung beider Instrumente vorantrieb und in seinen späteren Duo-Sonaten etablierte. Seine zweisätzige Sonate G-Dur KV 301 bildet den Auftakt dieser Einspielung. Für die Interpreten ist Mozart immer herausfordernd, kann man doch ungeheuer viel falsch machen. Hingegen sollte das Musizieren nicht von der Furcht vor Übertreibung oder Romantisierung bestimmt sein. Leider ist diese Vorsicht bei van Beek und Karagiannis spürbar, sodass sie hier nicht über das ausgesprochen schöne und friedliche Vor-sich-hin-Musizieren hinauskommen. Hier hätte dem Hörerlebnis durchaus mehr allgemeine Spannkraft gut getan.

Zupackender Gestus

Einen großen Kontrast bildet hierzu die anschließende Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 Sz 76 von Bartók, die wie Mozarts zweisätzig komponiert ist. Im zweiten Satz Allegretto verlassen die beiden Nachwuchsmusiker, angestachelt durch die zupackenden Pizzicati zu Beginn des Satzes, ihre (klang-)schöne Komfortzone. Endlich!, möchte man befreit ausrufen. Der bis ins Energische und Wüste gleitende Anschlag Karagiannis steigert sich im Dialog mit van Beek zunehmend. Auch im Laufe des Satzes mangelt es den beiden erfreulicherweise nicht am zupackenden Gestus, bis sie den Satz in einer gelungenen kontroversen Stimmung zwischen Düsternis im Klavier und musikalischer Pastelligkeit in der Violine enden lassen. Die bis hierhin (und vor allem bei Mozart) angezogene Handbremse scheinen sie gelöst zu haben. Hier zeigt sich das – auch für das Kritikerohr mit dem Interpretenfinger – musikalische Können, sowohl der beiden Musiker für sich als auch als kammermusikalisches Team.

In Brahms‘ Sonate für Klavier und Violine Nr. 1 G-Dur op. 78 verschwindet das soeben gewonnene Profil jedoch wieder im bewussten Schönklang, diesmal jedoch in einem durchdachten und bewussten Umgang mit der vom Komponisten so konzipierten schönsten Innigkeit. Auch werden sie hier mutiger im Ausschöpfen von dynamischen Kontrasten. Leider ist das Klavier passagenweise zu dominant – gerade in den leiseren Passagen kommt dies stark zum Tragen (was durchaus auf tontechnische Ursachen zurückzuführen ist). Bedauerlicherweise kommen im Kopfsatz bei van Beek immer mal wieder kleine intonatorische Unsauberheiten vor, die sich durch die gesamte Sonate ziehen – sehr schade.Diese CD ist also eher als ein erstes Aufmerken zwei talentierter junger Interpreten zu sehen, deren Entwicklungspotenzial zwar erkennbar ist, aber noch im Reifungs- und Entwicklungsprozess steckt.


Yvonne Rohling, 26.03.2019

Label: ARS Produktion , VÖ: 11.01.2019
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 




Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

Unser Service:

 Schriftgröße   + / - 

Drucker Seite drucken

RSS RSS


Anzeige

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2019) herunterladen (1559 KByte)