Magazin: CD-Kritiken
MAXIMUS - Greatest Movie Soundtracks

Details zu MAXIMUS - Greatest Movie Soundtracks: Maksym Rzeminski, Radomska Orkiestra Kameralina, Dawid Runtz

MAXIMUS - Greatest Movie Soundtracks: Maksym Rzeminski, Radomska Orkiestra Kameralina, Dawid Runtz

Von 'Schindlers Liste' bis 'Arrival'

Maksym Rzeminski und das Radom Chamber Orchestra überzeugen mit diesen Neuinterpretationen von Filmmusik jüngeren Datums.

Die Besetzung Streichorchester und Klavier ist im Filmmusikgenre nichts Ungewöhnliches, vor allem Beispiele aus den letzten Jahren zeigen dies. Wenn sich diese Besetzung jedoch Stücken annimmt, die teilweise eine wesentlich größere oder völlig andere Besetzung haben, dann kann dies für ein neues, sehr interessantes Hörerlebnis sorgen. Dies ist der Fall bei der CD 'Maximus – The Greatest Movie Soundtracks', welche beim Label Dux erschienen ist. Der Pianist Maksym Rzemnisnski und das Radom Chamber Orchestra nehmen sich hier sowohl polnischer als auch amerikanischer Filmmusik an und schrecken dabei auch nicht vor monumentalen Orchesterstücken oder Popsongs zurück. Einige der Stücke sind dabei nicht direkt Filmsoundtracks zuzuordnen, passen aber charakterlich in diese Zusammenstellung und haben daher ihre Berechtigung neben den Auszügen aus den Soundtracks verschiedenster Filme. Daneben liegt auch eine Instrumentalversion von Händels 'Lascia ch‘io pianga' vor, welches im Film 'Farinelli' genutzt wurde und somit ein Werk ist, das lange vor dem Genre der Filmmusik entstand.

Die Arrangements von Krzysztof Lenczowski sind auf die Akteure zugeschnitten, schöpfen die klanglichen Möglichkeiten des Ensembles aus und kreieren durchaus andere Stimmungen als das Original. Carter Burwells 'Bellas Lullaby' aus dem Film 'Twilight' hat dabei die wohl größte Änderung erfahren: Während das Stück im Original ruhig und sanft wirkt und das Klavier im Vordergrund steht, ist das Arrangement stark rhythmisiert, wesentlich schneller und wirkt durch die den Rhythmus fast percussionartig spielenden Streicher gehetzter und unruhiger. Diese Atmosphäre grenzt das Stück auch von allen anderen Beiträgen auf der CD ab, die sanfter daherkommen, und schafft somit Abwechslung. Ebenfalls liegt das Finale des Filmes 'Gladiator' vor, im Original für Sinfonieorchester geschrieben und mit Gesangsparts gespickt. Die Interpreten schaffen es hier, trotz der einfacheren und kleineren Besetzung, das Monumentale des Stückes einzufangen.

Neuinterpretationen

Doch auch die anderen Nummern sind trotz eines ähnlichen Charakters durchgängig Neuinterpretationen der Stücke und grenzen sich von dem Original merklich ab. So beginnt in der vorliegenden Version von Max Richters 'On the Nature of Daylight' aus 'Arrival' das Klavier solistisch, im Verlauf des Stückes wird es zunehmend vom Streichorchester unterstützt, während das Original nur für Streichorchester geschrieben wurde. Ein weiteres Beispiel dafür findet sich in dem Arrangement von John Williams‘ Hauptthema des Filmes 'Schindlers Liste'. Dieses wird oft von einer sehr dominanten, klagenden Geige gespielt, während sie in der vorliegenden Version mit dem Klavier verschmilzt.

Alle Stücke werden von Klavier und Streichorchester gespielt, nie nehmen sich Teile der Besetzung einer gesamten Nummer alleine an. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Solist und Begleitung: Das Klavier agiert nicht durchgängig in tragender solistischer Rolle, sondern tritt auch in begleitender Funktion auf. Es entsteht ein harmonischer Klangeindruck, der mit Klangfarben spielt. Zusätzlich sorgt der ständige Rollenwechsel für ein abwechslungsreiches Hörerlebnis, ohne das Genre völlig zu verlassen. Die CD ist vor allem interessant für Fans des Filmmusikgenres, da sie neue Facetten bekannter Musik zeigt. Durch die in diesem Genre nicht unübliche Besetzung bleibt sie trotzdem im Genre und in der Grundwahrnehmung als Filmmusik erkennbar, zeigt aber Varianten der Musik auf, die so nicht in den Originalversionen existieren.


Anneke Link, 11.04.2019

Label: DUX , VÖ: 11.01.2019
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 




Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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