Magazin: CD-Kritiken
Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concertos KV 450, KV 451

Details zu Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concertos KV 450, KV 451: Jean-Efflam Bavouzet, Manchester Camerata, Gabor Takacs-Nagy

Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concertos KV 450, KV 451: Jean-Efflam Bavouzet, Manchester Camerata, Gabor Takacs-Nagy

Ansprechender Mozart

Jean-Efflam Bavouzet zeigt eine intelligente Sicht auf Mozarts Klavierkonzerte KV 450, KV 451 und das Klavierquintett KV 452.

Der Pianist Jean-Efflam Bavouzet gehört zu einer Generation von Pianisten, die frischen Wind in die Konzertsäle bringt, nicht nur, weil er mutig an einem Klavierabend Werke von Pierre Boulez und Joseph Haydn zusammenstellt, sondern auch über eine fabelhafte pianistische Leichtigkeit verfügt, die einen atemberaubenden Zugriff auf die jeweiligen Werke erlaubt. In der Tat, seine Brillanz fesselt und seine fabelhafte pianistische Leichtigkeit überwältigt. Ist das Ganze noch kombiniert mit einem intelligenten Verständnis von komplexen musikalischen Strukturen, wie man es beim Spielen von avantgardistischer Musik erlernt, dann kann sich das auf die Interpretation von Mozarts Musik nur positiv auswirken – deutlich zu hören bei den beiden Klavierkonzerten, die auf diesem Tonträger eingespielt sind.

Der Kopfsatz etwa des D-Dur-Konzertes Nr. 16 KV 451 kommt mit einer fabelhaften Mischung aus Erlesenheit, Innigkeit und Vitalität daher. Das 'Andante' wird so zärtlich, klangschön und poetisch ausformuliert, dass es eine Freude ist. Das Finale wird mit Enthusiasmus ausgedeutet. Auch für das Klavierkonzert Nr. 15 in B-Dur KV 450 legt Bavouzet ein disziplinierteres und klareres Konzept vor. Überzeugend und klanglich ausgeglichen erklingt das empfindsame 'Andantino' als zarte ‚Klangrede‘. Der klanglich leider sehr abgegriffene 3. Satz wird unter Bavouzets virtuosen Händen zu einem eindrucksvollen und spannungsgeladenen Plädoyer der Beherrschung des kompositorischen Handwerks Mozart. Es scheint, als ob Bavouzet an die Interpretationslinie von Walter Gieseking, dessen vorzügliche Einspielungen fast in Vergessenheit geraten sind, anknüpft.

Die Manchester Camerata musiziert unter Gábor Takacs-Nagy kammermusikalisch-transparent und mit einer ganz individuellen Diskretion, die Intimität und Subtilität mit Lebendigkeit und Spielwitz zu kombinieren versteht. Beim Klavierquintett in Es-Dur KV 452 erweist sich Jean-Efflam Bavouzet als exzellenter Kammermusiker, der mit klarem Anschlag seinem Part in Mozarts Quintett Es-Dur konzertantes Profil gibt und so den exzellenten Solobläsern der Manchester Camerata eine fundierte Basis legt.


Michael Pitz-Grewenig, 17.11.2020

Label: Chandos
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