Magazin: CD-Kritiken
Dutch Sonatas for Violoncello and Piano Vol.8

Details zu Dutch Sonatas for Violoncello and Piano Vol.8: Doris Hochscheid, Frans van Ruth

Dutch Sonatas for Violoncello and Piano Vol.8: Doris Hochscheid, Frans van Ruth

Würdiger Abschluss

Doris Hochscheids und Frans van Ruth widmen sich erneut und auf hohem Niveau der niederländischen Cellosonate des späten 19. Jahrhunderts.

Mit Werken zweier Komponisten endet die Reihe niederländischer Cellosonaten, von denen wohl kaum jemand gehört haben wird. Georg Hendrik Witte (1843–1929) ist hörbar Zeitgenosse von Brahms und Reinecke – letzterer ein Lehrer Wittes am Leipziger Konservatorium. Die Sonate d-Moll op. 15 wie die 'Drei Stücke' op. 14 stammen aus dem Jahr, in dem er zum königlich-preußischen Musikdirektor ernannt wurde. Wittes hauptsächliche Verdienste liegen in der Gründung des städtischen Orchesters Essen und der Initiative zum Bau eines Konzerthauses (beides unter neuem Namen auch heute noch überregional bekannt) – das Komponieren stellte er in späteren Jahren deutlich zurück.

Der aus Rotterdam stammende Wouter Hutschenruyter (1859–1943) wurde Schüler Friedrich Gernsheims. Seit 1889 wandte er sich zunehmend dem Dirigieren zu, zunächst in Berlin und Amsterdam, danach in Utrecht, um 1917 die Leitung seiner ehemaligen Musikschule zu übernehmen. Auch Hutschenruyters Cellosonate (in c-Moll op. 4) stammt aus dem Jahr 1882, ist wie Wittes Sonate dreisätzig, aber hat als besondere Eigenheit den langsamen Satz an erster Stelle.

Doris Hochscheid und Frans van Ruth erweisen sich zum wiederholten Male als herausragende Interpreten des unbekannten, musikalisch dankbaren, wenn auch nicht ‚modernen‘ Repertoires. Die kristallklare Aufnahmetechnik rückt das fokussierte Zusammenspiel der beiden Musiker, die Vielfalt an dynamischen, agogischen und Phrasierungsfeinheiten abermals in das beste Licht; Frans van Ruths Begleittext vermittelt nicht weniger als seine Interpretation seine intime und im besten Sinne routinierte Kenntnis der Materie. Einzig am Booklet sind ein paar kleine Abstriche zu machen – die fehlende Nennung des Coverbildes und, wichtiger noch, die Unterschlagung des von van Ruth gespielten Flügels etwa. Gerade bei einem phonophilen Label wie Dabringhaus und Grimm überraschen derartige, offenbar systematische Unterlassungen doch etwas.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 27.03.2019

Label: MDG
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Booklet: 




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