Magazin: CD-Kritiken
Wagner-Zyklus und andere erotische und animalische Perversitäten

Details zu Wagner-Zyklus und andere erotische und animalische Perversitäten: Peter Pachl, Rainer Maria Klaas

Wagner-Zyklus und andere erotische und animalische Perversitäten: Peter Pachl, Rainer Maria Klaas

Es wagnert im Überbrettl

Peter P. Pachl entdeckt die Kabarettkultur um 1900.

Ein 'Wagner-Zyklus' in knapp 4 Minuten, ein 'Drachenlied', das vom Schicksal des Ungeheuers Schnidibumpfel erzählt, und eine traurige Geschichte vom Aufstieg und tiefen Fall eines 'Blumenmädels': Dies sind nur drei der insgesamt 40 Lieder und Chansons, die das Doppelalbum 'Wagner-Zyklus und andere erotische und animalische Perversitäten' enthält. Die Auswahl bietet einen mannigfaltigen Querschnitt durch das Repertoire des 1901 gegründeten literarischen Kabaretts Überbrettl.

Zweideutige Kleinkunststücke sind dabei, anzügliche, parodistische oder groteske. Die Texte stammen von Brettl-Poeten wie Otto Julius Birnbaum oder Rideamus, die Vertonungen, in denen so ziemlich alle musikalischen Moden verwertet werden, vorwiegend vom Operettenkomponisten Oscar Straus. Initiator des Programms ist Peter P. Pachl, der umtriebige Kenner spätromantischer Raritäten, der die Stücke selbst variantenreich und mit allen Finessen vorträgt. Am Klavier begleitet Rainer Maria Klaas. Er zaubert aus den Pianoparts jede Menge interessanter Nuancen hervor, glänzt aber auch solistisch, wie in Friedrich Hollaenders 'Mélodie perverse'. Im Booklet findet sich eine Fülle von Informationen zu jeder Nummer, garniert mit historischen Fotos und Notendeckblättern, die das Hörvergnügen perfekt ergänzen.


Karin Coper, 29.07.2020

Label: Thorofon , VÖ: 28.09.2018
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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