Magazin: CD-Kritiken
Internationaler Dt. Pianistenpreis 2017

Details zu Internationaler Dt. Pianistenpreis 2017: Eric Lu

Internationaler Dt. Pianistenpreis 2017: Eric Lu

Reflektierter Tiefgang

Eric Lu mit seinem Gewinner-Album des Deutschen Pianistenpreises.

2017 gewann Eric Lu den Deutschen Pianistenpreis, die mit dem Sieg verbundene CD-Einspielung ist bei Genuin erschienen. Mozarts Rondo a-Moll KV 511 fehlt ein wenig die Schwerelosigkeit, zu starke metrische Schwankungen schränken hier den musikalischen Fluss ein und geben seinem Mozartspiel eine zu romantisierende Note. Die kommt stilistisch wiederum Schuberts „Vier Impromptus“ D 899 zugute. Im c-Moll-Impromptu hört man, warum Lu nicht nur mit dem ersten Preis, sondern auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Mit atmungsaktiver Phrasierung versenkt er sich in die von Schubert schonungslos nach außen gekehrten Seelenzustände. Spielfreudig perlende Leichtigkeit verbindet er mit pathetischen Ausrufezeichen im Es-Dur-Impromptu. Reflektierten Tiefgang besitzen auch die beiden Stücke in Ges-Dur und As-Dur. Dazu gibt es noch Brahms´ „Sechs Klavierstücke“ op. 118. Vergleiche mit Großmeistern und Schubert- bzw. Brahms-Experten wie Grigory Sokolov oder Arcadi Volodos zu ziehen, wäre hier unfair. In der g-Moll-Ballade und dem f-Moll-Intermezzo haben dicht gedrängte Akkordfolgen bei Lu durch zu viel Pedal zu wenig Konturen. Teilweise zeigt er dennoch beachtliche pianistische Reife und romantisches Einfühlungsvermögen, hervorzuheben sind die Intermezzi a-Moll mit agogisch kernigem Zugriff und es-Moll mit ausgeprägter lyrischer Sensibilität. Unter etwas zu viel Hall hat leidet das aufnahmetechnische Klangbild.


Oliver Bernhardt, 21.06.2022

Label: Genuin , VÖ: 06.04.2018
Interpretation: 
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Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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