Magazin: CD-Kritiken
The Young Richard Strauss

Details zu The Young Richard Strauss: Klaviertrio Nr. 2 und Klavierquartett c-Moll

The Young Richard Strauss: Klaviertrio Nr. 2 und Klavierquartett c-Moll

Richard Strauss einmal anders

Das Münchner Klaviertrio präsentiert Kammermusik aus dem Jugendwerk von Richard Strauss in einer Einspielung voll wunderbarer Leichtigkeit.

Die 'The Young Richard Strauss' betitelte Kammermusik-CD erschien 2018 im Label Genuin classics. Das Münchner Klaviertrio, bestehend aus Donald Sulzen am Klavier, Michael Arlt an der Violine und Gerhard Zank am Violoncello, holte sich für die Einspielung des Klavierquartetts c-Moll op. 13 (1884) noch Tilo Widenmeyer an der Viola mit ins Boot. Außerdem enthalten ist die Aufnahme des Klaviertrios D-Dur op. 2 (1878). Wie das zweisprachige Booklet (Englisch und Deutsch) darlegt, sind beide Werke in sehr jungen Jahren entstanden. Inspiration und Motivation war die Liebe zur Hausmusik in der Familie und Verwandtschaft von Richard Strauss, durch die der junge Komponist mit dem zeitgenössischen Kammermusikrepertoire bestens vertraut war. Während die Vorbilder in dem seinem Onkel gewidmeten Trio Beethoven, Schumann und Mendelssohn waren, ist im Quartett, mit dem Strauss 1884 den Kompositionswettbewerb des Berliner Tonkünstlervereins gewann, der Einfluss von Brahms hörbar.

Bravour und Grazie

Die Musiker meistern beide Werke mit Bravour und verleihen vielen Passagen eine federleichte Grazie und kristallklare Transparenz, die die Einspielung zu einem absoluten Hörgenuss machen. Der formale Aufbau der einzelnen Sätze wird dem Hörer durch die Spielweise der Instrumentalisten verdeutlich, wie beispielsweise direkt im ersten Satz des Klaviertrios. Der zurückgenommene zweite Satz ('Andante cantabile ma non troppo') beginnt mit einem langen Klaviervorspiel, in dem Donald Sulzen einfühlsam den Charakter des Satzes vorstellt. Später ist das Zusammenwirken des Trios bemerkenswert. Die Musiker arbeiten den dramatischen Höhepunkt durch akzentuierte Dynamik überzeugend herausa, bevor sie gegen Ende unter Beweis stellen, dass sie auch die leisen Töne beherrschen. Das folgende Scherzo begeistert durch seine Leichtigkeit, die sicher auf die Freude am Musizieren zurückzuführen ist. Während des Trios bekommen die beiden Streicher Gelegenheit, mit schmeichelnden Kantilenen zu glänzen, während sie von perlenden Läufen auf dem Klavier begleitet werden. Der Finalsatz überrascht mit einer langsamen Einleitung. Das 'Allegro vivace' beginnt mit einem spielerischen Duett zwischen Klavier und Violine, das zu Beginn in der Violine gerne etwas deutlicher hätte sein können.

Dem Klavierquartett op. 13 hört man seine sechs Jahre spätere Entstehung deutlich an. Ungewöhnlich ist der wehmütige Charakter zu Beginn des Allegros, der später in eine großzügige, schwärmerische Bewegung mündet, die von den Musikern mit großer Dramatik dargeboten wird. Der Satz lebt von den Kontrasten, die von den Instrumentalisten überzeugend herausgestellt werden. An zweiter Stelle steht in diesem Stück ein Scherzo, das mit Presto und Molto meno mosso zwei stark gegensätzlichen Tempi einander gegenüberstellt. Sowohl das schnelle Tempo der Rahmenteile als auch der langsame Mittelteil wird technisch einwandfrei dargeboten, besonders charakteristisch sind die etwas ruppigen Abschnitte im Presto. Im nachdenklich-introvertiert beginnenden Andante klingt später die leidenschaftliche Schwärmerei des Allegros wieder an, die einen reizvollen Kontrast zu den leisen Passagen bildet. Das Werk endet mit einem Vivace-Satz, in dem zupackende Passagen kantilenen Abschnitten gegenübergestellt werden – ein wirkungsvoller Abschluss.


Sonja Jüschke, 21.03.2019

Label: Genuin , VÖ: 02.02.2018
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 




Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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