Magazin: CD-Kritiken
Manfred Reuthe spielt

Details zu Manfred Reuthe spielt: Klavierwerke von Grieg, Reger, Busoni und Schumann

Manfred Reuthe spielt: Klavierwerke von Grieg, Reger, Busoni und Schumann

Busoni im Zentrum

Manfred Reuthes Klavierrecital bietet Kompositionen unterschiedlicher Epochen mit unterschiedlicher interpretatorischer Sicherheit.

Klaviermusik der Jahre 1834–1912 – das könnte bei kluger Programmwahl eine ausgesprochen spannende Werkkonstellation ergeben. Manfred Reuthes Programmwahl (Edvards Griegs e-Moll-Sonate op. 7 von 1865, Max Regers 'Humoresken' op. 20 von 1898/99, Ferruccio Busonis 'Sonatina seconda' von 1912 und Robert Schumanns 'Sinfonische Etüden' op. 13 von 1834) macht aber vor allem einen bunten Strauß, keinen spannenden Dialog der Werke untereinander. Dazu zeigen sich in Reuthes Spiel immer wieder technische Unsicherheiten sowie gelegentlich Löcher und Verdickungen in den Texturen, die sich offenbar durch Pedalgebrauch und ‚Musikregie‘ (so das Booklet, nicht etwa Aufnahmetechnik) ergeben, aber nicht durch eine bedachte Wahl des Instruments aufgefangen würden. Im Gegenteil ist der Klang gerade in den leiseren Passagen der 'Sinfonischen Etüden' teilweise regelrecht mulmig.

Ein echter ‚Grieg-Ton‘, wie wir ihn von den besten Interpreten des Fachs kennen, stellt sich ebenso wenig ein wie ein echter ‚Reger-Ton‘. Reuthe ignoriert zahllose dynamische Vorschriften, verunklart dadurch stark die Strukturen der Stücke – die daraus folgende Einförmigkeit ist erschreckend. Weitaus wohler fühlt er sich offenkundig in Busonis Sonatina, in der er die geringere Anzahl an Aufführungsanweisungen leichter umzusetzen weiß (auch wenn er auch hier nicht die Extreme fff-pp voll erkundet).


Dr. Jürgen Schaarwächter, 11.01.2020

Label: Bella Musica , VÖ: 29.09.2017
Interpretation: 
Klangqualität: 
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