Magazin: CD-Kritiken
Bach, Carl Philipp Emanuel

Details zu Bach, Carl Philipp Emanuel: Lieder

Bach, Carl Philipp Emanuel: Lieder

Unverstanden

Diese Einspielung von geistlichen Liedern Carl Philipp Emanuel Bachs überzeugt weder, wenn die Sängerin singt, noch wenn sie schweigt.

Gesänge der Empfindsamkeit sind auch heute immer noch viel zu selten eingespielt – nicht zuletzt weil eine geschmackvolle, verständige Textausdeutung heute eine besondere Schwierigkeit bedeutet. Wieviel schwerer gilt diese Schwierigkeit, wenn die Sängerin oder der Sänger über starken fremdsprachigen Akzent verfügt und/oder in ihrer oder seiner Aussprache schlicht unverständlich bleibt. Dieses ist leider über die Spanierin Marví Blasco zu sagen, bei der die Auswahl aus den Geistlichen Oden, Liedern und Gesängen Wq 194, 197 und 198 mehr wie eine Gesangsübung denn wie eine Interpretation klingt (dass die Trackreihenfolge nicht der im Booklet genannten entspricht, macht die Angelegenheit nicht leichter).

Doch auch ihr Partner am Hammerflügel Yago Mahúgo wirkt eher wie ein Suchender denn wie einer, der weiß, wo die Reise tatsächlich hingehen soll. Dazu ist die Aufnahmetechnik von Lied zu Lied unterschiedlich; darüber hinaus bildet sie den Hammerflügel (Nachbau nach Anton Walter 1796) immer wieder allzu hart ab. So bringt die zweite CD-Hälfte (die Wiederholung der dreizehn Lieder ohne die Sängerin) wenig zusätzlichen Gewinn.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 14.12.2019

Label: Brilliant classics , VÖ: 12.05.2017
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 



Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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