Magazin: CD-Kritiken
Goldmark, Karl

Details zu Goldmark, Karl: Suite für Violine und Klavier

Goldmark, Karl: Suite für Violine und Klavier

Bescheidenheit ist eine Zier

Mehr Demut vor der Musik statt Freude am großen Klang hätte dieser Einspielung mit Kammermusik von Karl Goldmark gut getan.

Informationen zu der Musik wird im Booklet der vorliegenden Produktion deutlich weniger Wert beigemessen als den drei Interpreten, dem Geiger Thomas Albertus Irnberger, dem Cellisten Michal Ka?ka und dem Pianisten Pavel Kašpar. Dabei sind Karl Goldmarks erstes Klaviertrio B-Dur op. 4 von 1858 und die viersätzige zweite Suite für Violine und Klavier Es-Dur op. 43 aus dem Jahr 1892 spannende und gar nicht so einfach zu interpretierende Werke.

Schon der Eröffnungsgestus der Suite bezeigt den Anspruch der Musik, und so ist es umso bedauerlicher, dass die Interpreten mehr sich selbst zu lieben scheinen denn der Musik dienen zu wollen; dies gilt besonders für den Geiger, der, auch von der Aufnahmetechnik, hörbar in den Vordergrund gestellt wird, so dass ein echtes Dialogisieren der Instrumente nicht erfolgt. Auch ist auffällig, dass die SACD-Aufnahmetechnik sich im vorliegenden Fall gegen einen Transfer in die Stereo-Dimensionalität sperrt – in der Stereofassung schwankt der Geiger hörbar zwischen den Kanälen. Auch ist zu bedauern, dass Irnberger spieltechnisch zwar überzeugt, stilistisch aber weit von der Musik entfernt ist.

Klanglich (und auch aufnahmetechnisch) deutlich anders aufgebaut ist das Klaviertrio, in dem das harmonische Miteinander der drei Musiker deutlich gelungener ist. Dennoch bleibt die Neueinspielung eher Selbstbespiegelung denn Dienst an der Musik – die 2012 erschienene Einspielung mit dem Mendelssohn Piano Trio etwa überzeugt mehr.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 16.02.2021

Label: Gramola , VÖ: 28.10.2016
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 



Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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