Magazin: CD-Kritiken
Auf dem Meer der Lust in hellen Flammen

Details zu Auf dem Meer der Lust in hellen Flammen: Melodramen und Intermezzi

Auf dem Meer der Lust in hellen Flammen: Melodramen und Intermezzi

Die Kröte flucht

Peter P. Pachl macht Lust auf Melodramen der vorvergangenen Jahrhundertwende.

Das Melodram als musiktheatralische Ausdrucksform, bei der der Text zu untergelegter Orchester- oder Klavierbegleitung rezitiert wird, entstand Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine Hochblüte erlebte diese Gattung um 1900, heute ist sie kaum noch im Konzertsaal präsent. Ein Fall für Peter P. Pachl, den Spezialisten für spätromantische Trouvaillen, der nicht müde wird, Musikraritäten der Vergessenheit zu entreißen.

Drei umfangreiche Sammlungen hat er bisher für CD-Aufnahmen zusammengetragen, die erste Box trägt den ungewöhnlichen Titel ',Auf dem Meer der Lust in hellen Flammen'. Er bezieht sich auf eine Zeile aus Josef Pembaurs Vertonung von 'Mischka an der Marosch', die von der Rache eines Zigeuners am Verführer seiner Tochter erzählt. Sie ist eins der teils gewichtigen, teils kürzeren Melodramen mit wechselnd schwül-erotischen, schauerromantischen oder skurrilen Themen. Unterhaltsam sind sie alle, ob das gruselige 'Hexenlied' von Max von Schillings – bekannt durch Interpretationen von Martha Mödl und Brigitte Fassbaender – oder der köstliche 'Fluch der Kröte' von Arnold Winternitz.

Peter P. Pachl beherrscht die Kunst der Deklamation und sorgt durch wandlungsfähigen Ausdruck für nicht nachlassende Spannung, die Rainer Maria Klaas am Klavier durch pianistische Illustration und Stimmungsmalerei gekonnt unterstreicht. Abgerundet wird die attraktive Kassette durch das mit viel Wissenswertem, sämtlichen Texten und historischen Fotos ausgestattete Booklet.


Karin Coper, 21.02.2021

Label: Thorofon , VÖ: 19.07.2016
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Video der Woche:

Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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