Magazin: CD-Kritiken
Debussy, Claude und Britten, Benjamin

Details zu Debussy, Claude und Britten, Benjamin: Lieder

Debussy, Claude und Britten, Benjamin: Lieder

Altbekanntes

Mit dem vorgestellten Repertoire tut sich die Sopranistin Eva Resch nicht unbedingt einen Gefallen.

Die dekadente Poesie der sogenannten Belle époque fasziniert viele Musiker unserer Zeit – zumeist leider immer in denselben Pfaden. Eva Resch geht mit ihrem Pianisten immerhin teilweise ungewohnte Wege. Stehen doch Benjamin Brittens 'Illuminations' op. 18 nach Prosagedichten von Arthur Rimbaud auf dem Programm – aber nicht in der Fassung mit Streichorchester, sondern in einer Klavierfassung (richtiger: im Klavierauszug). Warum dem so ist – keine Information, keine Erhellung im Booklet. So differenziert François Salignats Spiel an manchen Stellen ist – dass wir hier den Klavierauszug hören, ist doch kaum überhörbar. Eva Resch modeliiert ihre Interpretation auf der berühmten Einspielung mit Felicity Lott, doch weder die Brillanz noch die dramatische Präsenz und lyrische Dichte von ‚La FLott‘ werden auch nur im Ansatz erreicht.

Auch in den insgesamt sechzehn Verlaine-Vertonungen von Claude Debussy können Resch und Salignat dem Markt kaum standhalten. Immerhin ist der Klavierpart hier idiomatisch dargeboten, voller Wärme und Charme, während viele Soprantöne sauer oder nicht organisch gebunden dargeboten werden. Die Sängerin hat sich keinen Gefallen getan, Wohlbekanntes aufzuwärmen – zu manieristisch im Detail sind viele Passagen, die bei anderen Sängerinnen und Sängern in größerer Natürlichkeit und intonatorischer Sicherheit dargeboten werden. Reschs schönes Stimmmaterial wird – gerade auch in der kristallklaren Aufnahmetechnik – schonungslos offengelegt, und man wünscht der Sängerin, dass sie sich für ihr nächstes Tonträgerprojekt mit Raritäten befasst, nicht zuletzt um sich selbst auf dem immer weiter schrumpfenden Markt unentbehrlich zu machen. Ihre Stimme hätte es verdient, und das Verständnis ihres Pianisten ist auch nicht zu verachten.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 29.10.2020

Label: Genuin , VÖ: 08.07.2016
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