Magazin: CD-Kritiken
Glanzberg, Norbert

Details zu Glanzberg, Norbert: In Memoriam

Glanzberg, Norbert: In Memoriam

Gegen das Vergessen

Der Chanson-Komponist Norbert Glanzberg setzt sich in seinen ernsten Stücken mit der Vergangenheit auseinander.

Norbert Glanzberg, der 1910 in einer galizischen Kleinstadt geboren wurde, sicherte sich mit dem Chanson 'Padam…Padam', das er für Edith Piaf kreierte, einen Platz im Musikerolymp. Die leichte Muse war sein Metier, er arbeitete als Barpianist, dirigierte Operetten, komponierte fürs Kino und für französische Gesangsstars wie Yves Montand und Maurice Chevalier. Nach Paris war Glanzberg wegen seiner jüdischen Abstammung 1933 emigriert, von dort aus begann eine Odyssee in den Untergrund. Trotzdem ließ seine Schaffenskraft nicht nach, mit Filmmusiken und Schlagern festigte er seine Popularität. Erst am Ende seines Lebens kehrte der Komponist musikalisch zu seinen Wurzeln zurück.

Zeugnis davon gibt die CD 'In memoriam – dem großen Glanzberg', an der er kurz vor seinem Tod 2001 noch selbst beteiligt war. Die eröffnende 'Invitation à la valse' verweist auf den versierten Unterhaltungsmusiker, doch der folgende Liederzyklus 'In memoriam' geht unter die Haut. Es sind Opfer des Nationalsozialismus, denen Glanzberg durch spätromantisch geprägte Vertonungen ihrer Gedichte eine Stimme gibt. Der Bariton Jakob Johannes Koch bäumt sich nur selten auf, singt meist verhalten, manchmal fast tonlos und erschüttert damit umso mehr. Zurück in Glanzbergs Kindheit führt die 'Suite Yiddish'. Sie skizziert mittels folkloristischer Motive Alltagsszenen in einem Shtetl, die Markus Bellheim und Heinrich Martin am Klavier einfühlsam beleben.


Karin Coper, 10.04.2021

Label: Castigo , VÖ: 03.05.2016
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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