Magazin: CD-Kritiken
Marttinen, Tauno

Details zu Marttinen, Tauno: Violin- und Klavierkonzerte

Marttinen, Tauno: Violin- und Klavierkonzerte

Mehr als dodekaphone Reihen

Ein finnischer Komponist, dessen Namen nicht allgemein geläufig sein mag, der aber mit interessantesten Werken aufwarten kann.

Die Lebensdaten des finnischen Komponisten Tauno Marttinen (1912–2008) muss man im Booklet etwas suchen, und je mehr man sucht, umso spannender wird die Erkundung. Das älteste hier vorgelegte Werk ist das vom Fünfzigjährigen vollendete Violinkonzert op. 13, dessen erste Form vier Jahre zuvor während seines Studiums bei Vladimir Vogel in der Schweiz entstand. Während das Violinkonzert als Zwölftonmusik engerer Sicht gehört werden kann (wenn auch mit einem genuin expressiv-zeitgemäßen Zugang, wie er auch manchen zeitnah in der Schweiz entstandenen Werken eignet), wirkt das 1964 entstandene Erste Klavierkonzert op. 23 deutlich altmodischer, nachgerade nachromantisch und viel stärker tonal verankert. Da wirkt die ebenfalls 1964 begonnene, aber erst 1978 abgeschlossene Phantasie für Cello und Orchester op. 154 doch deutlich avancierter, wenngleich vielleicht nicht ganz so ‚modern‘ wie das älteste Werk.

Die vorliegende Produktion ist ein Glücksfall für den Komponisten – das Turun Filharmoninen Orkesteri und die Tampere Filharmonia ebenso wie die Solisten Philippe Graffin (Violine), Ralph van Raat (Klavier) und Marko Ylönen (Violoncello) rücken den Werken mit hörbarer Liebe und Verständnis zu Leibe, und die Dirigenten Ari Rasilainen und Hannu Lintu bürgen ohnehin für höchste Qualität. Ein wichtiger Komponist, dessen weitere Erkundung sich sicher lohnen wird.


Dr. Jürgen Schaarwächter, 29.10.2018

Label: Cobra Records , VÖ: 17.01.2014
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Rubinstein spielt Chopin - Etude As-dur op.25 Nr 1

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