Magazin: CD-Kritiken
Mendelssohn, Felix

Details zu Mendelssohn, Felix: Klaviertrio Nr. 1 & 2

Mendelssohn, Felix: Klaviertrio Nr. 1 & 2

Leuchtende Intensität der Klangfarben

Gäbe es den Begriff der altersweisen Interpretation, so träfe er das inspirierte Spiel des Hamlet Piano Trio.

Felix Mendelssohn-Bartholdy zählt zu jenen Ausnahmekomponisten, denen es gelingt, in Molltonarten heitere Stimmung zu verbreiten. Das gilt für sein 1839 komponiertes Klaviertrio op. 49. Robert Schumann beschrieb es als lyrisches Werk, reich an Einfällen und herrlichen Themen. Eine völlig entgegengesetzte Wirkung erzielte Mendelssohn mit seinem zweiten Klaviertrio op. 66 knapp sechs Jahre später. Wieder erklingt Moll, doch das c-Moll Hauptthema des ersten Satzes verströmt beklemmende Düsternis und Ruhelosigkeit. Mendelssohn Bartholdy suchte neue Wege und griff voraus, was die Spätromantik kennzeichnet.

Wesensverwandtschaft untereinander und mit den Klaviertrios Mendelsohns führten den Pianisten Paolo Giacometti, die Geigerin Candida Thompson und die Cellistin Xenia Jankovic zusammen. Als Hamlet Piano Trio haben sie op. 49 und op. 66 im Label Channel eingespielt. Die Interpretation überrascht: keine leidenschaftliche Ekstase, keinerlei Extreme. Stattdessen minutiös differenzierte Ausgewogenheit in der Wiedergabe des Notentextes, die kein Detail übersieht. Im dreisprachigen Booklet beschreiben sie ihren Anspruch vom Gleichgewicht der Instrumente und einer vollkommenen Harmonie. Das auf der CD einzufangen ist ihnen bravourös gelungen.


Christiane Franke, 09.08.2020

Label: Channel Classics , VÖ: 06.11.2015
Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 



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